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Autor Thema: Das neue Gotteslob 2013  (Gelesen 73100 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 13. Februar 2013, 09:11:25 »

Na, da seid Ihr Österreicher doch ganz gut weggekommen ...

Ich finde die Idee gut, von diversen Hits regionale Varianten anzubieten. Das erspart das ärgerliche "Umlernen" - immer ein frustrierendes Geschäft, das die Gemeinden einfach nicht mögen, ganz egal, mit wie viel und welchen pädagogischen Tricks man arbeitet. Mich jedenfalls nervt es als GD-Besucher immer, wenn da fünf Minuten vorher jemand kommt und mir irgendwas "beibringen" will.
Wir haben im EG ja unsere Top-Hits "Ein feste Burg", "Nun danket alle Gott" und "O Haupt voll Blut und Wunden" auch in zwei Fassungen. Und die meisten Gemeinden drehen den Musikwissenschaftlern, die auf der "Originalmelodie" von fünfzehnhunderteinundleipzig bestanden, eine Nase und singen, was sie kennen und mögen.
Bei den NGL wurde ja kräftig in die Kategorie "superseicht" gelangt. Dass Frau Stimmer-Salzeder mit ihren langweiligen, belanglosen  Melodeien und betulichen Texten es zu Gesangbuch-Würden bringen würde, hätte ich nicht vermutet. Denn den "Pop-Kantoren" ist das Zeug nicht rockig und synkopig genug. Und die anderen hatten Hymnologie im Studium ...
Wahrscheinlich haben die "Pastoraltheologen" das Zeug 'reingehoben - Rubrik "Volksfrömmigkeit mit Gitarre" - oder "Hitparade der Volksmusik - Abteilung katholisch". Da kann man nur aufs nächste Gesangbuch warten.

Aber im Moment hat die kath. Fraktion ja andere Sorgen.

Die Auflistung enthält übrigens ein paar lustige Dreckfuhler. Aus Paul Ernst Ruppel, einem der Protagonisten der Singbewegung, einen Herrn Ruppert zu machen, sollte einem Kirchenmusikreferenten eigentlich nicht passieren ...  Lachen

Na ja, wie sagt man auf chinesisch: Nobody is perfect. Bei uns sollte neulich ein Text gesendet werden zum 75. Geburtstag eines gewissen Herrn Rillinger. Zum Glück ging das Manuskript vorher über meinen Schreibtisch. Mit Erstaunen erfuhr ich von der Gesamteinspielung des Bach'schen Schaffens durch diesen Mann, welchselbige mir offenbar bis dato entgangen war. Nach Entfernung der Buchstaben "e" und "r" am Ende des Namens fielen die Schleier von meinen Augen. Just dieses bestärkte mich in der Erkenntnis, dass die jüngeren Kollegen, die Abitur und Germanistik-Studium kürzlich in NRW absolviert haben, durchaus Defizite in puncto journalistischer Allgemeinbildung aufweisen ...

LG
Michael


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« Antworten #11 am: 16. Februar 2013, 15:12:35 »

Zitat von: "Wichernkantor"
Na, da seid Ihr Österreicher doch ganz gut weggekommen ...
Ja, würde ich auch sagen. Engel

Zitat von: "Wichernkantor"
Ich finde die Idee gut, von diversen Hits regionale Varianten anzubieten. Das erspart das ärgerliche "Umlernen"
Ganz wird es nicht ausbleiben; was mir so zugeraunt wurde, wurde an einigen Melodien gehobelt. Und damit meine ich nicht nur jene regionalen Minimalabweichungen wie bei 'Ist das der Leib' oder 'Segne du, Maria'. Spätestens bei 'Ihr Freunde Gottes allzugleich' dürften die Gemeinden künftig arg ins Schwitzen kommen... ich sehe dieses Lied schon (aus)sterben. Traurig

Zitat von: "Wichernkantor"
Mich jedenfalls nervt es als GD-Besucher immer, wenn da fünf Minuten vorher jemand kommt und mir irgendwas "beibringen" will.
Aber hallo! Wie soll man denn sonst das Repertoire erweitern?
Bei uns ist morgen GL 291 'Wer unterm Schutz des Höchsten steht' dran...
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Wichernkantor
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« Antworten #12 am: 16. Februar 2013, 16:42:00 »

Och, bei uns geht das auch ohne "Singstündchen" vor dem GD. Ich habe Neuigkeiten vorher mit dem Chor erarbeitet, der sich dann sonntags strategisch in der Gemeinde verteilt. Ich spiele dann im Vorspiel den kompletten c.f. im Diskant und begleite auch mit solistisch hervorgehobener Melodieführung. Spätestens im dritten Vers hat's die Gemeinde "drauf". Am darauffolgenden Sonntag ist dann dasselbe Lied nochmal dran.
Funktioniert ganz gut bisher ...

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Wichernkantor
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« Antworten #13 am: 18. Februar 2013, 09:52:49 »

Heute früh kam eine Meldung über den Ticker:

Heute beginnt in Trier die Frühjahrsvollversammlung der Dt. Bischofskonferenz. Da steht auch das neue Gesangbuch auf der Tagesordnung. Ich vermute mal, dass es hinterher zu einer offiziellen Verlautbarung kommt, zumal ja das liturgische Institut seinen Sitz in Trier hat, das ein ziemlich dickes Aktienpaket in der Sache hält ...

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Gemshorn
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« Antworten #14 am: 18. Februar 2013, 10:04:17 »

Was werden die da wohl verlautbaren?
Dass die Druckmaschinen schon laufen? Lachen
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Wichernkantor
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« Antworten #15 am: 18. Februar 2013, 12:16:19 »

Naaaa, ich will aber doch hoffen, dass ein bisschen mehr kommt als heiße Luft ...

Widrigen Falles gieße ich dem Pressesprecher der Firma wohl schon ein kleines Eimerchen Spott in die Mailbox ...

Wie sagte doch meine Oma immer: "Wer gackert, muss auch ein Ei legen."

LG
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« Antworten #16 am: 24. Februar 2013, 16:40:49 »

Zitat
http://www.kirchenbote.de/content/was-ist-neu-im-neuen-gotteslob

Behutsam aufgefrischtes Werk
Was ist neu im neuen Gotteslob?
Das neue Gotteslob, das nächste Woche offiziell vorgestellt und am ersten Advent eingeführt wird, versteht sich als Gebet- und Gesangbuch. Das Gebet also wird an erster Stelle genannt, der Gesang an zweiter. Trotzdem fragen die meisten zuerst: Welche Lieder stehen denn nun drin?…


Neu drin
-  „Der Mond ist aufgegangen“  – Jau, darauf hat ja jeder gewartet…
-   „Brot, das die Hoffnung nährt“  – *Grusel*
- …
 Schock

Nicht mehr drin u.a.
- „Zieh an die Macht, du Arm des Herrn“ –  Motzen
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Gruß
Jürgen
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« Antworten #17 am: 24. Februar 2013, 16:47:24 »

Letztgenanntes wird mir nicht fehlen; die Melodie bleibt ja im Pfingstlied 'Der Geist des Herrn' erhalten. Etliche NGL ... naja, die werden überblättert. Ansonsten vermisse ich im Stammteil (das offizielle Inhaltsverzeichnis steht im Eingangsposting dieses Threads) nichts so wirklich dringend, dafür aber Einiges im hiesigen Regionalteil. Dass man teils völlig unbekannte neue Lieder einschleust und österreichweit gern Gesungenes wie 'O du mein Heiland' oder 'Gelobt sei Jesus Christus' nicht berücksichtigt, ist ein Armutszeugnis.
Was mit der Melodie von 'Ihr Freunde Gottes' gemacht wurde, grenzt an Schändung... Traurig

Der von dir zitierte Artikel von http://www.kirchenbote.de ist wieder einmal exzellent recherchiert; 'Vom Himmel hoch' war natürlich auch früher schon im Stammteil, allerdings mit der nicht von Luther stammenden Einleitungsstrophe 'Es kam ein Engel' aus der Feder Valentin Trillers. Übrigens wurde auch an der Melodie dieses Liedes gefeilt; sie besteht nun nur noch aus Viertelnoten, die bisherigen Achtel-Auftakte entfallen.
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PeterW
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« Antworten #18 am: 24. Februar 2013, 18:30:07 »

Zitat von: "Gemshorn"
Übrigens wurde auch an der Melodie dieses Liedes gefeilt; sie besteht nun nur noch aus Viertelnoten, die bisherigen Achtel-Auftakte entfallen.
Gefeilt?! Doch eher mit einer kulturbolschewistischen Axt behauen.
Irgendwann wird man dazu vernehmen: "Schaut mal, wie langweilig Luther ist...".
Wenigstens steht's im EG (24) noch ordentlich drin.
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+ 12.1.2018
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« Antworten #19 am: 24. Februar 2013, 20:06:55 »

Was? Im EG stehen die Achtelauftake?
Na das ist ja katholischerseits eine tolle ökumenische Annäherung... aber Hauptsache, wir lassen die Einleitungsstrophe weg, um den puren Luthertext zu haben.

Eine ähnliche halbe Sache wurde bei 'O Haupt voll Blut und Wunden' gemacht; dort wurden die (m.E. ohnehin künstlichen) Halbe-Auftakte in Viertel rückverwandelt. Die zweite Strophe ist nun Gerhart-Original, die erste jedoch nicht...
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