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Autor Thema: Jörg Glebes Hauptwerkprojekt  (Gelesen 58902 mal)
wos
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« am: 18. März 2010, 18:47:28 »

Hallo Hauptwerk-Freunde,

das vermutlich bisher größte Hauptwerk-Projekt entstand 2006 in Bochum
bei Jörg Glebe. Er hat mir freundlicherweise gestattet, seine
Beiträge/Konzerttermine in diesem Forum zu veröffentlichen.


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### Ein ganz herzliches Dankeschön dafür!
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« Antworten #1 am: 18. März 2010, 18:50:28 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Mein Traum wird Wirklichkeit:
Am 29.12.2006 wurde mir mein neuer Hauptwerk-Spieltisch geliefert.
Anbei zwei Bilder aus der Orgelbauwerkstatt."





In den nächsten Tagen erfolgt die Midifizierung, bevor mir ab 15.01.2007 der Rechner und die Audio-Komponenten installiert werden.

Mein Pfeifenprospekt wird derzeit noch umgebaut, anschließend stelle ich gerne weitere Bilder ein.
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« Antworten #2 am: 18. März 2010, 19:11:43 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Ich freue mich sehr über die Gratulationen zu meinem Spieltisch.

Anbei noch weitere Details:

Gezogene Registerzüge


Tastaturen (Mammut/Ebenholz)


Anzeige Setzer, Walze, 3 Schwellertritte
Bild

Eingebauter Touchscreen für Hauptwerk:


Setzerkombination:
Bild

Austauschbare Registerbeschriftungen:


Ich hoffe ich überfrachte Euch nicht in meiner Euphorie.
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« Antworten #3 am: 18. März 2010, 19:16:22 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Spezielle Sample-Sets wird es für diesen Spieltisch nicht geben.

Bestellt habe ich

- Ducroquet/Cavaillé-Coll
- Silbermann Reinhardtsgrimma
- Bosch/Schnittger
- Skinner
- Litomysl

Gerne beantworte ich die Frage, wer den Spieltisch gebaut:
Firma Otto Heuss GmbH, Lich

Heuss baut für viele namhafte Orgelbauer die Spieltische/-schränke, tritt aber namentlich nicht in Erscheinung. Herr Heuss und seine Orgelbaumeister sind absolute Profis. Für den privaten Bedarf haben sie neben diesem Spieltisch erst einen weiteren für eine zweimanualige Ahlborn-Orgel (ging in die USA) gebaut.

Alle Spieltische werden einzeln geplant und angefertigt und können daher auch preislich nicht mit Serienfertigungen von darauf spezialisierten Schreinern für Digitalorgeln verglichen werden.

Der Spieltisch war nicht anderweitig geplant, sondern ist nach meinen Vorstellung für Hauptwerk konzipiert (Platz für den Rechner im untergebauten Schrank auf der Diskantseite, eingebauter Touchscreen-Monitor, auswechselbare Registerbeschriftungen...). Da bei Heuss allerdings alles auf die Pfeifenorgel ausgerichtet ist, wird eine Midifizierung im computertechnischen Sinn von Heuss nicht angeboten. Da muss ein Freund von mir mit den Doepfer-Platinen ran. Ist aber nicht ganz einfach, da alle Schalter (Tasten, Registerzüge) 24V (für den Pfeifenorgelbedarf) schalten.

Die Lieferung und Einrichtung des (4-Kern-) Rechners und der Audiokomponenten erfolgen von jemandem, der diese Leistung professionell anbietet.

Die auswechselbaren Registerbeschriftung sind auf Mineralstoff durch einen von Heuss beauftragen Graveur erfolgt. Diese wechselbaren Beschriftung sind zwar umständlich aber andere Möglichkeit wie z.B. achteckige Achsen lassen sich bei rund angeordneten Registerzügen und aufgrund der Einbaumaße nicht realisieren. Ich warte die Entwicklung von digitalem Papier oder organischen LEDs ab.

Nur als Anmerkung: Heuss hat auch die Tastaturen meines Spieltisches gebaut.
Mein Pfeifenprospekt wird von einem örtlichen Schreiner umgebaut und die fehlenden Pfeifen beziehe ich über Kisselbach aus Baunatal.

Danke für Euer Interesse. Weitere Fragen beantworte ich gerne.
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« Antworten #4 am: 18. März 2010, 19:18:18 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir mitteilt, in welchen Foren mein Spieltisch schon gepostet ist. Bisher habe ich ihn bei Martin Dyde und im Orgelforum  gefunden. Lachen

Gibt es noch mehr? Vielleicht kann ich ja mit diskutieren!

Heuss bietet eine andere Art der Midifizierung an. Wie schon gesagt, schalten alle Tasten und Registerzüge 24V. Die Midifizierung von Heuss ist geeignet zum Aufzeichnen und Wiedergeben des eigenen Spielens/Registrierens an einem entsprechend ausgestatteten Spieltisch. Die Midifizierung von Heuss ermöglicht aber nicht die Kommunikation mit einem handelsüblichen Rechner. Ansonsten hätte ich die Midifizierung gerne von Heuss ausführen lassen.
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« Antworten #5 am: 18. März 2010, 19:41:49 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Das mit den Mammuts ist ernst gemeint, ich konnte es erst auch nicht glauben, als mir Herr Heuss den Vorschlag gemacht hat. Bei diesem Spieltisch wollte ich umbedingt die positive Tastenbelege, Untertasten weiß, Obertasten schwarz. M.E. hätte es andersherum nicht zu dem Spieltisch gepasst. Die Planung ging zunächst von Holztasten mit Mineralstoffbelag aus, Obertasten Ebenholz. Als die Kosten des Gesamtprojekts dann immer mehr in die Höhe schossen, war mir Mineralstoff (Plastik) nicht mehr gut genug. Alternativen: Rinderknochen, Elfenbein und Mammut. Bei Rinderknochen und Elfenbein werden zwei Plättchen einer Untertaste gegeneinander gestoßen, was dauerhaft zu einer sich verdunkelnden Fuge führen kann. Bei Mammut wird der komplette Tastenbelag einer Taste aus einem Stück gefertigt. Die Auflage ist ca. 2mm stark.

Der Spietisch hat die Abmessung (B, T, H) 2,65m x 1,25 m x 1,20m.
Daher musste der Spieltisch über die Terrasse ins Wohnzimmer gebracht werden:


Was Estrich und Parkett betrifft, hatte ich auch so meine Sorgen. Aber die Auflagefläche des Spieltisches ist sehr groß und unter dem Estrich befindet sich kein Keller sondern eine Bodenplatte. Es ging also. Durch den unter dem Spieltisch befindlichen Filz, besteht sogar die Mölichkeit, die Orgel zu verschieben, z.B. um an die Rückseite heran zu kommen.
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« Antworten #6 am: 18. März 2010, 19:47:21 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Das Thema Hausratversicherung habe ich bisher noch nicht aufgegriffen. Aber da meine bisherige Orgel auch schon separat im Versicherungsschutz aufgeführt war, wird das wohl kein Problem bereiten.
Mit einem Diebstahl rechne ich auch nicht Lachen , aber ein Schaden durch Feuer oder Wasser wäre schon arg.

Zu meiner Entwicklung zum Hauptwerk-Nutzer:

Vor etwa 18 Monaten habe ich mir erstmals Gedanken zu einer neuen Digitalorgel gemacht. Meine Johannes Sweelinck 30 (Custom Made, 64 Register, zwei zum Teil sehr unterschiedlich belegte Dispositionen) mit UHT-Tastaturen und Pfeifenprospekt, Rodgers-Sequenzer und RSS stammt aus Mai 2000.

Bei meinen Grundüberlegungen war klar, dass die Orgel einen "richtigen" Kirchenorgelspieltisch mit elektromagnetische Registerzüge erhalten sollte.

Anschließend begann eine kleine Odyssee mit Besuchen bei Kis. in Bau., Johannus, Ahlborn, van der Poel, Hoffrichter. Vieles hat mir gefallen; von einem Anbietern habe ich aber nach einem zunächst sehr konstruktiven Gespräch im April 2006 bis heute, trotz mehrfacher freundlicher Nachfragen, noch kein Angebot erhalten.

Irgendwann bin ich dann in diesem Forum über Hauptwerk gestolpert und habe mir die Klangdemos angehört. Bis auf das "Hallfahnengerumpel" fand ich alles recht überzeugend. Im Janaur 2006 habe ich dann Herrn Prof. Maier und Herrn Rapp besucht. Seit diesem Zeitpunkt und der Einführung von Hauptwerk 2 war klar, dass Hauptwerk meine Orgelzukunft werden würde.

Doch wer baut mir einen Spieltisch, der meine Anforderungen erfüllen würde, wer macht die Midifizierung, von wem kann ich einen Rechner beziehen und entsprechend installieren lassen, wer kann eine entsprechende Klangabstrahlung einrichten ?

Heuss und Laukhuff-Spieltische kannte ich natürlich von meinen privat organisierten Orgelbesichtigungen (Raum Wiesbaden/Frankfurt/Mainz, Lübeck/Schleswig, Schwarzwald/Elsass und Lünen/Dortmund). Und Heuss hat mich -auch durch das Interesse an diesem Projekt- am meisten überzeugt. Mit den technischen Möglichkeiten (CAD-Planung usw.) kommt so schnell auch kein anderer Orgelbauer mit.

Falls Interesse an dem Inneren des Spieltisches (Gleichrichter, Setzer, Hysterese-Schaltungen usw.) besteht, kann ich gerne ein paar Bilder posten.

Wie schon im ersten Beitrag berichtet, macht mir die Midifizierung (viel aufwändiger als zunächst gedacht) ein Freund.

Über den Computer und die Hauptwerk-Installation berichte ich gerne später.

Anm: Ich habe nach wie vor keine Ahnung, wie man Hauptwerk installiert. Das muss alles so eingerichtet werden, dass ich nur noch über den Touchscreen-Monitor das Sample-Set und ggf. eine historische Stimmung aussuche und alle weiteren Steuerungen über Tasten und Registerzüge funktionieren.

Bei der Klangabstrahlung bin ich noch skeptisch. Da ich bisher immer wieder gelesen habe, dass eine Abstrahlung nicht gut mit den hart aufgehängten Lautsprechern, wie sie üblicherweise in Digitalorgeln verwendet werden, funktioniert, habe ich Studiomonitore gekauft:

10 x Genelec 8050 A (je zwei für jedes Manual und Pedal)
1 x Genelec 7070 A

Da ich über 10 Kanäle gehen will, habe ich statt Soundkarten 2 Audiointerfaces (RME Fireface 800) geordert.
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« Antworten #7 am: 18. März 2010, 19:49:10 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Das Wohnzimmer ist nicht übermäßig groß (ca. 30qm) aber zum Eßzimmer und zur Küche nur durch einen kleinen Raumteiler getrennt.
Die Anzahl der Lautsprecher dient weniger zur Beschallung des Raums als zur Trennung der Kanäle und damit zur differenzierteren Werkdarstellung. Die Lautsprecher werden auch entsprechend im Prospekt verteilt.
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« Antworten #8 am: 18. März 2010, 19:53:36 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Computer
Als ich mich für den Windows-PC entschieden habe, war mein letzter Kenntnisstand, dass ein Mac zur Zeit noch nicht in der Lage ist, 8 GB RAM zu verarbeiten. Vielleicht ist dieser Sachbestand mittlerweile überholt. Da der Rechner allerdings die günstigste Komponente bei diesem Orgelprojekt ist, besteht bestimmt auch in ein paar Jahren die Möglichkeit, hier nochmal zu modernisieren, soweit es denn entsprechende Vorteile bringt.

Klangabstrahlung
Nach dem was ich hier im Forum gelesen hatte, sind Nahfeldmonitore die sinnvollste Klangabstrahlung für Hauptwerk. Daraufhin habe ich mir verschiedene Nahfeldmonitore mit denselben mp3/CD-Samples angehört (Adam, Bluesky,...). Genelec hat mir dabei das klarste und ausgewogenste Klangbild vermittelt. Die 8050 A kommen bis auf 35 Hz runter, sodass für die Manuale es ggf. nicht erforderlich wird, Frequenzen über den Subwoofer zu führen. Der Subwoofer kommt bis auf 19 Hz runter und dürfte die Pedalregister zusätzlich zu einem Paar 8050 A gut abstrahlen. Wie es letztlich klingen wird, weiß ich natürlich noch nicht, insofern bin ich sehr gespannt und auch etwas unsicher.

Zu beiden vorgenannten Themen fehlt mir die Erfahrung, daher habe ich mich auch auf die Beratung verlassen, die ich bisher erhalten habe.

Warten wir ab, wie alles funktioniert und klingt. Ich glaube sicher nicht, dass durch diese hochwertigen Komponenten die Orgel "kastriert" wird.
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« Antworten #9 am: 18. März 2010, 20:03:33 »

Zitat von: "Jörg Glebe"
Anbei noch ein paar Fotos:

Hinter der abgenommener Kniefüllung befinden sich die Pedalkontakte (linker Kontakt gedrückt),



der Setzer und die Hystereseschaltungen.


Auf der Rückseite geschlossen/geöffnet


findet man den Gleichrichter (80 Amp) und die Registerzugmagnete (Bass-Seite),


und die Tastenkontakte der Manuale


So sieht der Spieltisch von der Seite aus


und auf der Bass-Seite ist der Notenschrank und auf der Diskantseite der Platz für den Computer.

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