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Autor Thema: Kirchenabriss  (Gelesen 1076 mal)
Gemshorn
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« Antworten #10 am: 10. Januar 2018, 08:08:54 »

Das mit dem säkularen Zeitalter wird schon stimmen...
Zu anderen Zeiten wäre eine derartige Dominanz des Faktors Wirtschaft/Energie undenkbar gewesen.
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Ebi
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« Antworten #11 am: 10. Januar 2018, 12:24:31 »

Ich erinnere mich noch an den Geographie-Unterricht in den 70er Jahren, wo wir das Thema Energieversorgung durchgenommen und die Bedeutung der Braunkohle herausgestellt hatten. Damals wurde uns Schülern gezeigt, dass alles, was abgerissen wurde an Häusern und öffentlichen Gebäuden, am anderen Ende des Tagebaus wieder neu und fein säuberlich wieder aufgebaut wurde. Ist das heute nicht mehr so?
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Beste Grüsse aus der Schweiz
Eberhard Brune
Martin78
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« Antworten #12 am: 10. Januar 2018, 13:56:21 »

Zumindest im Falle von Immerath und Borschemich scheint man seitens des Bistums Aachen jedenfalls keine großen Kirchen an den neuen Standorten gewollt zu haben ...
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clemens-cgn
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« Antworten #13 am: 10. Januar 2018, 15:55:31 »

Die neuen Gebäude werden an den heute und in Zukunft erwarteten tatsächlichen Bedarf angepaßt.
Vgl. Garzweiler Zwinkern.
Ich halte das für gelungen und klug vorher geschaut.
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Gemshorn
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« Antworten #14 am: 10. Januar 2018, 20:48:10 »

Angesichts des emotionalen Themas ist die Versuchung groß, sarkastisch zu werden. Im Krieg wurden Kirchen durch Bomben zerstört; heute schafft man das auch ohne Bomben.
Tatsächlicher Bedarf ist aber ein gutes Stichwort. Meine alte Gemeinde hat auch so einen kleinen Dom im Städtchen stehen (Wichernkantor kennt ihn); die Sonntagsgemeinde besteht aus 30 - 70 Leutchen. Das Gebäude bröckelt aller Enden, eine nachhaltige Sanierung ist angesichts der Finanzlage so gut wie unmöglich. Der fromme Pfarrer sagte einmal: "Bei einem Erdbeben möchte ich nicht hier drinnen sein..."
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clemens-cgn
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« Antworten #15 am: 10. Januar 2018, 20:56:42 »

Ohne Bomben wurde nach WKII in Hannover die vollfunktionstüchtige Garnisonkirche am Goetheplatz gesprengt! An der Leine wurde die eigentlich denkmalgeschützte Wasserkunst für den Straßenbau gesprengt.
In Köln wurde das "alte Opernhaus" am Rudolfplatz, dem lediglich das Dach fehlte, gesprengt. Der nachfolgende Nachkriegsbau wird seit Jahren als Dauerbaustelle versucht zu sanieren (Kölner Posse).....
In der Lausitz wurden werden genauso wie in Gartzweiler ganze Ortschaften samt Kirchen weggebaggert....
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Schwarzspieler
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« Antworten #16 am: 10. Januar 2018, 21:53:45 »

Also die neue Kirche in Borschemich erinnert mich eher an eine Turnhalle oder ein Gefängnis. Es tut einfach nur weh, die alte Kirchenausstattung und den alten Hochaltar in so einem Umfeld Traurig zu sehen!
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clemens-cgn
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« Antworten #17 am: 11. Januar 2018, 00:01:28 »

Wenigstens ist die Ausstattung teilweise erhalten geblieben. Auch das war in der Vergangenheit nicht immer so. Der Rest ist Geschmackssache.
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Machthorn
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« Antworten #18 am: 11. Januar 2018, 00:07:24 »

Natürlich kann, wer will, darin auch Vorteile sehen. Die Bausubstanz ist neu, erfüllt modernste Wärmedämmungsvorschriften, etc. Das ist sachlich richtig, geht aber am Kern vorbei. Welche Stadt ist liebens- und lebenswerter, Heidelberg oder Wolfsburg? Das ist das eigentliche Problem. Es gehen Charme und Geschichte verloren, Erinnerungen, ideelle Werte, soziale Umfelder. Das ist alles immateriell und nicht messbar, aber gleichzeitig unermesslich wichtig für die Identität eines Menschen.
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clemens-cgn
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« Antworten #19 am: 11. Januar 2018, 00:17:06 »

... Gartzweiler II und Lausitzbraunkohle werden doch von den Politikern der großen Parteien forciert. Der kleine Mann wird doch gar nicht gefragt. Wenn er sich dann wehrt, wird er im glücklichen Fall mit Tränengas und in der Eskalationsstufe 2 mit CS-Gas begast. Anschließend wird der brave Staatsbürger enteignet (beim Talsperrenbau, für Autobahnen, .....). Was interessiert Politiker das originäre Flair gewachsener Stukturen Ratlos
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