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Autor Thema: Diffundierung des Klanges bei Rundstrahlern  (Gelesen 1266 mal)
Bosaunenpass
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« Antworten #10 am: 06. April 2010, 20:05:00 »

Zitat von: "Gemshorn"
Das barocke Fußlagen-Dopplungsverbot erschließt sich mir nicht wirklich...  
Um vom Thema noch mehr abzuschweifen:
Eine der Theorien über das Fusslagen-Dopplungsverbot (Äqualverbot) besagt, dass damalige Instrumente überhaupt nicht in der Lage waren, alle Register auszuspielen - im Prinzip wohl eine Art Schwachbrüstigkeit der Ladentechnik und eine Überforderung der Kalkanten. Deshalb wurde wohl empfohlen, nur ein Register derselben Tonlage zu ziehen. Und es kommt der Durchsichtigkeit des Klanges entgegen...
Wenn das elektrische Gebläse nicht erfunden worden wäre, hätten die Romantiker auch keine Möglichkeit bekommen, viele Achtfüssler gleichzeitig einzusetzen. Wäre auch schade darum...  Danke
Die Rundlautsprecher wurden auch sicher nicht erfunden, um den Pfeifenorgelklang authentisch zu erzeugen, sondern um ihn (aus der Sicht des Audiovisuellen) optimal auf den Gesamtraum loszulassen... Das würde bei einer echten Pfeifenorgel auch nicht ohne weiteres funktionieren...
Auch die Hifi-Anlage muss mit den gegebenen Klangebenen kämpfen und jeder Zuhörer soll das optimale Empfinden der (Orgel)Musik erleben.... ein unendlicher Zwiespalt...
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Gemshorn
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« Antworten #11 am: 06. April 2010, 20:21:39 »

Hm, wenn ich die Rundstrahler aus dieser Perspektive (Optimierung der Klangverteilung) sehe, kann man doch sagen, dass hier ein qualitiver Gewinn gegenüber einer Pfeifenorgel erzielt wurde. Und daraus sich ergebend die sehr grundsätzliche Frage: Was sollen digitale Kirchenorgeln leisten? Nur die perfekte Reproduktion des Pfeifenorgelklanges - oder darf es auch darüber hinaus gehen und weitere Verbesserungen gegenüber der Pfeifenorgeltechnik geben?
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« Antworten #12 am: 06. April 2010, 20:45:06 »

Hallo,

Zitat von: "Gemshorn"
Das barocke Fußlagen-Dopplungsverbot erschließt sich mir nicht wirklich...
muss es auch nicht, weil es das so auch nicht gab. Es gab ein paar Probleme wegen der Windversorgung (siehe Beitrag von Bosaunenpass unten), auch mit dem Pfeifenstimmung, aber die zeitgenössischen Quellen aus dem 18. Jahrhundert (inkl. einer Registrieranweisung von Silbermann persönlich) kennen das Äqualverbot so praktisch nicht. Die Idee wurde vor allem von der Orgelbewegung im 20. Jahrhundert propagiert, von Jann und solchen Leuten.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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