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Autor Thema: Ich steh an deiner Krippe hier  (Gelesen 482 mal)
Machthorn
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« Antworten #10 am: 15. Dezember 2017, 08:24:37 »

Ich verbinde das Lied immer mit der Bach-Melodie und bin immer irritiert, wenn ich es mit der Anderen höre. Alles eine Frage der Gewohnheit.  Zwinkern

Die Bach-Melodie gibt dem Choral eine Eigenständigkeit die er sonst nicht hätte, eine Unverwechselbarkeit auch bei instrumentalem Vortrag, sowas mag ich. Außerdem finde ich die Bach-Komposition geradezu perfekt für den Text, sie setzt das Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeit angesichts der Erhabenheit des Erlösers äußerst gut um!
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« Antworten #11 am: 15. Dezember 2017, 08:31:20 »

Ich verbinde das Lied immer mit der Bach-Melodie und bin immer irritiert, wenn ich es mit der Anderen höre. Alles eine Frage der Gewohnheit.  Zwinkern

Die Bach-Melodie gibt dem Choral eine Eigenständigkeit die er sonst nicht hätte, eine Unverwechselbarkeit auch bei instrumentalem Vortrag, sowas mag ich. Außerdem finde ich die Bach-Komposition geradezu perfekt für den Text, sie setzt das Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeit angesichts der Erhabenheit des Erlösers äußerst gut um!

Interessante Betrachtungsweise, das gefällt mir. Ich werde mich der Sache nochmal neu annähern. Dafür
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Mit musikalischen Grüssen
Bernhard
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« Antworten #12 am: 15. Dezember 2017, 15:24:12 »

Soweit mir bekannt ist, hat Bach seine Melodie nicht für Gemeindegesang komponiert. Man möge mir widersprechen, wenn ich falsch liege.
Ganz einfach ist sie auf jeden Fall nicht.

Im katholischen Bereich ist die Wittenberg-Melodie bis vor kurzem ausdrücklich und nahezu exklusiv dem Text "Ich steh an deiner Krippe hier" zugeordnet gewesen; das Jahreswechsellied "Lobpreiset all zu dieser Zeit" ist schon aufgrund seines doch sehr begrenzten Einsatzrahmens ein eher vernachlässigbares Nebenprodukt der Melodieverwertung gewesen. Erst mit GL 2013 wurde die Melodie auch dem mit der Weihnachtsthematik eng verbundenen Marienlied "Ein Bote kommt, der Heil verheißt" unterlegt, gewiss nicht zufällig - sondern eben um die weihnachtliche Konnotation auch melodisch aufzugreifen.
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jogo31
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« Antworten #13 am: 16. Dezember 2017, 14:06:21 »

1. Ist die Melodie von "Nun freut euch, lieben Christen g'mein" bzw. "Es ist gewisslich an der Zeit" die ältere Melodie, die auch von Luther für die "Krippen" vorgesehen war. Rein historisch also Wahl Nr. 1

2. Wenn ich aber die Wahl zwischen der Melodie oder der Bach'schen habe, nehme ich natürlich die von Bach. Zum Glück hat es die ins neue GL geschafft und die wurde in der Gemeinde auch sofort akzeptiert und ging ohne üben sofort (obwohl sie ja eigentlich gar nicht für den Gemeindegesang gedacht ist)

3. Im GL wird die Luther-Melodie (wie schon erwähnt) ohnehin noch zwei Mal weihnachtlich "verbraten". Nämlich bei 258 "Lobpreiset all zu dieser Zeit" (das bei uns von Silvester bis Taufe des Herrn durchaus öfter mal gesungen wird) und 528 "Ein Bote kommt der Heil verheißt" (ob das zwei verschiedene Sätze sind, habe ich gerade nicht in Erinnerung) von dem her ist die Bach-Melodie eine sehr angenehme Abwechslung, ich möchte sie nicht mehr missen.
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Ebi
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« Antworten #14 am: 16. Dezember 2017, 16:08:30 »

Soweit mir bekannt ist, hat Bach seine Melodie nicht für Gemeindegesang komponiert. Man möge mir widersprechen, wenn ich falsch liege.
...sie kommt ja auch im Weihnachtsoratorium vor, ob sie extra dafür komponiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Beste Grüsse aus der Schweiz
Eberhard Brune
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« Antworten #15 am: 16. Dezember 2017, 16:32:49 »

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen:

Ich hab's gerade noch mal nachgeschlagen: Bach hat die Melodie für das "Schemelli-Gesangbuch" als (einzigen) Originalbeitrag geschrieben. Daher die arios angehauchte Melodieführung mit dem triumphierenden Dur-Mittelteil.
Der Text stammt - wie könnte es anders sein - von Paul Gerhardt.
Im prot. Raum ist gar keine andere Melodie als diese denkbar zu diesem Text.

Im Untertitel: "Geistliche Lieder und Arien".
Gibt's z. hier:
https://www.stretta-music.com/bach-69-geistliche-lieder-und-arien-schemelli-nr-379165.html?gclid=EAIaIQobChMI6f-h-OyO2AIVBxDTCh25Lgq9EAQYAiABEgI0AfD_BwE

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« Antworten #16 am: 17. Dezember 2017, 07:24:33 »

Ich weis zwar nicht wieviel Gottesdienstbesucher des Notenlesens mächtig sind, finde es aber technisch ungeschickt ein Lied abzudrucken und auf eine andere Melodie hinzuweisen die mit anderem Text aufgeführt ist.
Da finde ich die österreichische Lösung besser.

Wünsche Allen einen schöne dritte Advent.   Drehorgel
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Bernhard
jogo31
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« Antworten #17 am: 17. Dezember 2017, 08:05:11 »

Es gibt im Gotteslob so einige Lieder, bei denen Alternativmelodien angegeben werden, das hat schon Tradition. Und es gibt noch mehr Lieder, bei denen es möglich ist eine andere Melodie zu nehmen, obwohl es nicht angeben ist. Ich nutze das auch in einigen seltenen Fällen, z. B. wenn der Text gut zum jeweiligen Gottesdienst passt, es aber für ein Einstudieren einer neuen Melodie zeitlich nicht reicht oder wenn ich die abgedruckte Melodie für ungeeignet halte. Mag sein, dass es für einige, die des Noten Lesens mächtig sind ein paar "Schocksekunden" gibt, aber das hat sich nach ein paar Takten dann auch erledigt.
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clemens-cgn
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« Antworten #18 am: 17. Dezember 2017, 16:04:06 »

Wer sich zu alternativ möglichen Melodien auf Liedtexte interessiert:
zum alten GL gab es bei Herder, Werkbuch zum GOTTESLOB,  IX Registerband.
Hier ist es momentan für 3,50€ + Versand zu haben:
https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Josef-u-a-Seuffert+Werkbuch-zum-Gotteslob-IX-Registerband/id/A01Iae6101ZZH?zid=bd1e4461238d340c611f7b375ee36ad3

auf den Seiten 269 ff. gibt es ein Verzeichnis: "Gleiche Strophenformen im GL".
und viele weitere sinnvolle Verzeichnisse.
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Gemshorn
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« Antworten #19 am: 17. Dezember 2017, 19:17:46 »

Wir hatten dazu auch hier im Forum schon einen Thread, sogar ganz kostenlos. duck und weg
Wenn jemand nach Alternativmelodien für ein bestimmtes Lied sucht, möge er sich vertrauensvoll an die Community hier wenden; einige von uns sind in dieser Materie recht firm. Freundlich
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Gloria Concerto 234 DLX Trend
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