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Autor Thema: Johannus LiVE III vs. Noorlander Menuett III  (Gelesen 604 mal)
Aeoline
Allwissendes Orakel
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Beiträge: 1365



« am: 27. November 2017, 11:11:33 »


Hallo Leute,

ich würde gerne eure Meinungen zu folgendem Vergleich wissen:

Gesetzt den Fall, jemand interessiert sich für eine Hauptwerk(-nahe) Komplettorgel im Positivdesign mit drei Manualen. Ob als Erst- oder Zweitorgel spielt hier ja wohl mal keine Rolle...

Zur Wahl stehen die Johannus LiVE III und die Noorlander Menuett III.

Beide sind Positive mit 50 Registerzügen und drei Manualen. Also dem Grunde nach - was das Gehäuse angeht (ist ja immer die teuerste Komponente...) - vergleichbar. Die Noorlander ist 30cm niedriger als die LiVE III - das Gehäuse also deutlich kompakter.

Ich habe die beiden mal auf der Website eines bekannten und renomierten Orgelhauses im Tal der Bauna auf eine vergleichbare Ausstattung getrimmt und komme zu folgenden Fakten:

Standardausführung LiVE III = 21.195€
Standardausführung Noorlander Menuett III = 15.499€

Jetzt bringen wir die beiden mal auf eine vergleichbare Ausstattung:

Standardausführung plus:
+ helle Gehäuseausführung (z.B. in WEISS!! -  Lachen Lachen Lachen)
+ doppelt geschweiftes 30 Tasten Pedal
+ Holzkernklaviaturen TP60LW (bei der Noorlander)
+ den 64GB PC (bei der Noorlander - i7 mit 120GB SSD und 2TB HDD)
+ Daumenpistons (bei der Noorlander)
+ zwei Premium-Hauptwerk-Samplesets (bei der Noorlander - weil bei der LiVE III zwei Sets inkludiert sind)

Nun komme ich zu folgenden Hauspreisen:

Johannus LiVE III = 22.185€
Noorlander Menuett III = 19.444€

Das sind also mal satte 2.741€ Unterschied "zu Gunsten" der Noorlander. Anders ausgedrückt ist die Noorlander (bei halbwegs vergleichbarer Hardwareausstattung) 12% günstiger.

So.

Nun zu den subjektiven Vor- und Nachteilen der beiden Orgeln aus meiner Sicht:

 Dafür Dagegen

Johannus LiVE III:
+ 8.1 Abstrahlung der feinsten Sorte - fokussiert auf den Organisten
+ absolute Premium-Instrumente als Samplesets

- der Preis
- geringere Flexibilität (weil nur "hauseigene" Samplesets laufen)


Noorlander Menuett III:
+ der Preis
+ echte Hauptwerkorgel mit der Flexibilität dutzende (z.T. kostenlose) Samplesets verwenden zu können
+ das Möbel scheint von Content zu sein und ist außergewöhnlich "Wertig"

- "kleineres" 4.1 Abstrahlungssystem
- keine dynamischen Registerbeschriftungen - die Manubrien können für ein favoritisiertes Set beschriftet werden


Wie seht ihr diesen Vergleich? - nehmen wir an, ihr hättet 21.000€ um dafür eine der beiden Orgeln zu kaufen. Würdet ihr die LiVE III nehmen und dafür die nächsten drei Monate etwas sparsamer leben oder würdet ihr die Noorlander nehmen und für das "gesparte" Geld vielleicht die Abstrahlung noch ein wenig pimpen?

Bin sehr gespannt auf eure Meinungen...

Meldung

LG
Aeoline
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Viscount Unico 400 DE V1.13.1 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)

Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus! - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Wichernkantor
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« Antworten #1 am: 27. November 2017, 12:24:15 »

Hm, die Noorlander hat ja auch noch den Vorteil, dass sie den Raum besser mitbeschallt.
Müsste ich dafür meine 360 in den Ruhestand schicken, würde ich die Noorlander favorisieren. Allerdings wäre die Installation eines Sets für mich wohl der Knackpunkt. Wir haben ja in B. mitbekommen, dass es ganz schön Mühe machte, ein Set in Gang zu setzen.

Als "Zweitorgel" würde ich keine Sekunde zögern, die Live III zu ordern - in der Hoffnung auf ein wachsendes Angebot schöner Instrumente aus allen Stilepochen.

LG
Michael
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clemens-cgn
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« Antworten #2 am: 27. November 2017, 21:10:56 »

Wenn bei der Menuett die Setumschaltung fehlerfrei funktionssicher gewährleistet ist zöge ich sie mit einer Ergänzung (mindestens für die Rearkanäle mit folgender Ausstattung : https://www.bauer-music.de/teufel-3d-raumakustik-bundle in die engere Wahl.

Alternativ würde ich mir von Pausch ein Angebot über eine Praeclarum mit Positivaufbau machen lassen. Die Beschriftungswechselmöglichkeit auf den Displays der Live III, mit dem Freiraum bei der Wahl von Samplesets aller Sethersteller wäre damit auch gegeben. Grundsätzlich besteht hier die Möglichkeit von elektromechanischen Registerzügen.....
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Ebi
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« Antworten #3 am: 27. November 2017, 22:30:48 »

Bin sehr gespannt auf eure Meinungen...
Hallo
Die Frage ist sehr interessant, jedoch für die meisten von uns nur schwer zu beantworten. Dies, weil einige Hauptwerk kennen, wenige jedoch nur die LIVE III; zumindest geht es mir so.
Was ich allerdings kenne, ist die Verarbeitungsqualität von Johannus: die halte ich für sehr gut. Daher hat die LIVE III sicher schon mal einen "Vertrauensvorschuss". Die wechselnden Beschriftungen gefallen mir ausgesprochen gut. Bei Hauptwerk habe ich mal eine Zeitlang mit einem Touchscreen gearbeitet, bin jedoch davon wieder weggekommen. Das ist zu wenig nah am Vorbild. Ich verwende nun nur noch die Registerzüge meiner Orgel für Hauptwerk - und das sagt mir wesentlich mehr zu. Hier ist die Johannus nach meinem Geschmack leicht im Vorteil, jedoch nur wegen der Displays. Für die Noorlander spricht natürlich die schnelle und vielfältige Einspielmöglichkeit für die verschiedensten Samplesets. Die Silbermann-Orgel in Arlesheim beispielsweise ist schon ein "echtes Schmankerl", dies sei nicht etwa deswegen betont, weil ich Schweizer bin, sondern weil es sich um ein wirklich schönes und für die Schweiz einmaliges Instrument handelt, das auch als HW-Set sehr gut "eingefangen"  wurde und sehr authentisch klingt.
Abschliessend kann ich sagen, dass ich letztendlich keine Entscheidung treffen kann, ohne dass ich die beiden Instrumente tatsächlich gespielt habe. Rein nach Sachlage sind beide sehr dicht beieinander im Rennen......
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Beste Grüsse aus der Schweiz
Eberhard Brune
Metallgedackt
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« Antworten #4 am: 27. November 2017, 23:21:36 »

Ich hab beide Orgeln schon ausprobiert, nur nicht mit dem neuen LIVE III-Set.
Ich tendierte ganz eindeutig zur Noorlander, mir gefiel das Spielgefühl besser und der Klang auch, zudem ist es mir schon auch wichtig, dass im Fall des Falles Zuhörer auch was von meinem Spiel haben.
Zudem stehen ja viel mehr Samplesets zur Verfügung als bei der LIVE. Die Registerzüge, ob Züge, Wippen oder Touchscreen waren mir dabei nicht so wichtig. Aber wer weiß, ob ein zweiter Vergleich das hielte, was der erste ergab. Ich würde gern noch ein zweiten Blick darauf werfen.

LG
Metallgedackt
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clemens-cgn
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« Antworten #5 am: 28. November 2017, 19:31:03 »

Hallo Metallgedackt,
hat bei Dir der Wechsel von den Sets immer reibungslos geklappt?
Bei meinem letzten Zusammentreffen war die Wechselprozedur mein lusttötender "Nervfaktor".
Klanglich fand ich sie mit dem Positivgehäuse richtig gut. Gefehlt hat mir für die Simulation einer Kirchenakustik bei trockenen Sets eine  installierte Reararakustik.
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Metallgedackt
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« Antworten #6 am: 29. November 2017, 07:31:15 »

Ja, hat geklappt, ein bisschen Geduld brauchte es aber schon bis alles geladen ist, das war aber bei der LIVE auch nicht anders, glaub ich. Aber da seid ihr auf dem aktuelleren Stand.
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matjoe1
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« Antworten #7 am: 29. November 2017, 08:23:00 »

Nö; wie ich bei der LiveIII mehrfach beobachten konnte, dauerte der Set-Wechsel nur ein paar Sekunden, gemessen vom Druck des Knopfes bis zur Anpassung der Registernamen an den Manubrien...

LG
Matthias
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Noah
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« Antworten #8 am: 29. November 2017, 16:47:46 »

Ja, hat geklappt, ein bisschen Geduld brauchte es aber schon bis alles geladen ist, das war aber bei der LIVE auch nicht anders, glaub ich. Aber da seid ihr auf dem aktuelleren Stand.

Die LiVE III ist innerhalb von 10-15 sec. vollständig aufgestartet (vom betätigen des on/off Schalters bis fertig laden des letzten Registerzuges) und spielbereit. Das wechseln eines Sets dauert auch maximal vom drücken des Knopfes, bis zum wechseln des letzten Registerzuges 10 sec.

Lg Noah
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Johannus LiVE III seit 6.12.2016
Wichernkantor
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« Antworten #9 am: 29. November 2017, 17:45:08 »

Ich entsinne mich, dass man uns bei der Präsentation der Live III in Ede seinerzeit erklärte, dass die Samples in Echtzeit von einer SSD mit entsprechender Speicherkapazität direkt wiedergegeben werden. Das erkläre die minimale Ladezeit. Sobald man einen der fünf Knöpfe drückt, ist diejeweilige Orgel spielbereit - schon während die Displays umschalten ...

LG
Michael

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