Seiten: 1 2 [3] 4 5   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Tag der offenen Tür bei Johannus Orgelbouw  (Gelesen 1491 mal)
Gemshorn
Administrator
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 6387



WWW
« Antworten #20 am: 26. November 2017, 20:18:59 »

Wenn Johannus an einem zukünftigen "Open Dag" eine Live III mir Registerwippen präsentieren sollte, werde ich wohl auf Verdacht mal einen dicken Packen Euronen einstecken ...
Was denn? Du hast deine potenzielle Zweitorgel gefunden? Schock
Gespeichert

Gloria Concerto 234 DLX Trend
Aeoline
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1364



« Antworten #21 am: 26. November 2017, 20:28:31 »

Was denn? Du hast deine potenzielle Zweitorgel gefunden? Schock

Das gilt für mich ebenso. Wenn eine Zweitorgel in Frage käme, was sie derzeit überhaupt nicht tut, aber WENN...

Dann wäre für mich klar: Eine Fertigorgel auf Hauptwerkbasis.

Da spielt die LiVE III ganz vorne mit. Man müsste dann wirklich z.B. sie mit einer Noorlander vergleichen können. Der Preis der LiVE III ist heftig, aber das Konzept einfach überaus stimmig. Und wenn die Personalabteilung in Ede noch ein paar Mitarbeiter der Güteklasse "Ton-/Akustikingenieur mit Orgelaffinität" findet und einstellt, dann wird es in den nächsten Monaten auch sicherlich noch einige bedeutende Samplesets geben.

Skinner...

Das wäre auch noch ein absoluter Renner...

 Dafür

Dann hätte man so langsam aber sicher den ganzen Horizont abgesteckt: Silbermann, Cavaillé-Coll, Schnittger, Skinner, Sauer... Dann fehlt noch Walcker, Stumm oder vielleicht sogar schon eine Klaisine?

 duck und weg

LG
Aeoline
Gespeichert

Viscount Unico 400 DE V1.13.1 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)

Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus! - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Wichernkantor
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 3487


« Antworten #22 am: 26. November 2017, 22:12:01 »

@Klaus: Also, nach dem, was ich da gestern gehört habe, hat die Live III wieder eine Nasenlänge Vorsprung vor einer großen Concerto. Eine Sauerorgel ist einfach mein absolutes romantisches Klangideal. Und die Nordener Schnitgerin ist für mich die ultimative norddt. Barockorgel.
Wie gesagt: Es gäbe noch etwas Arbeit am WAF.


Über die unklare Rechtslage beim Sampling von Orgeln aus noch existierenden Werkstätten haben wir beim Kaffee ausführlich palavert. Es ist einfach juristisch (noch) nicht geklärt, ob die Orgel X aus der Werkstatt Y eine künstlerische Leistung darstellt, die schutzwürdig ist. Und ob die Rechte beim Erbauer oder beim Käufer derselben liegen - sprich: bei der Gemeinde, in deren Kirche die Orgel steht.
Ist die Leistung eines (evtl. noch lebenden) Intonateurs schützwürdig? Wenn ja, wie ist sie bei Samples zu vergüten? Darf er das Erstellen einer "Kopie" untersagen?
Das alles ist wohl urheberrechtliches Neuland.
Wer sich auf das Sampling historischer Instrumente beschränkt, ist aus diesem Minenfeld erst mal 'raus.

Ich wäre mit einer Holzhey, einer Gabler oder einer Elsässerin vom Straßburger Silbermann schon sehr zufrieden. An Steinmeyerinnen oder Walckerinnen aus der Romantik gibt es auch einige Prachtexemplare, die hinter 50 Registerzügen zu platzieren wären.
Und vielleicht gibt es ja mal ein Live III-Modell mit 60 Zügen ...
Da fängt die gemeine amerikanische Landorgel in der "First Congregational Church" von Hillybilly-Creek (900 Ew., gleich hinter den sieben Bergen) erst an ...  Lachen


LG
Michael
 
Gespeichert
Machthorn
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1392



« Antworten #23 am: 27. November 2017, 00:08:17 »

Bei Sauer und ca. 50 Registern fiel mir gerade etwas ein und danach etwas auf:

In der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld steht eine dreimanualige Sauer mit 53 Registern, mit ein Paar Umbauten durch Willi Peter aus Köln entspricht sie noch weitgehend dem Originalzustand von 1930, im Krieg blieb sie unversehrt. Ich mag den Klang der Orgel sehr, unter den Fingern hatte ich sie allerdings noch nicht. Könnte aber gut noch passieren! Die AKustik der Halle ist nicht knochentrocken aber bei weitem auch nicht so hallig wie große Kirchen. Die hätte eine passende Größe für die LiVE III. Eine Konzertsaalorgel gibt es dort ja noch nicht, wurde überhaupt schon mal eine für Hauptwerk gesamplet?
Gespeichert

Gloria Klassik 226 Trend
PeterW
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1413



« Antworten #24 am: 27. November 2017, 01:35:04 »

Sehr schöne Berichte, Dank dafür!

Verschiedentlich wurde an der LIVE III eine gewisse Schmalbrüstigkeit und die klangliche Berücksichtigung vorwiegend auf den Spielerplatz kritisiert. Gibt es davon über Lösungen/Modifikationen zu berichten?

Schade aber verständlich, daß man keine "markenübergreifenden" Komponenten wählen kann. So wäre sicher die LIVE III mit AWK-Klaviatur der Bringer, nicht wahr, Micbael?
Gespeichert

+ 12.1.2018
Wichernkantor
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 3487


« Antworten #25 am: 27. November 2017, 06:48:38 »

Verschiedentlich wurde an der LIVE III eine gewisse Schmalbrüstigkeit und die klangliche Berücksichtigung vorwiegend auf den Spielerplatz kritisiert. Gibt es davon über Lösungen/Modifikationen zu berichten?
Schade aber verständlich, daß man keine "markenübergreifenden" Komponenten wählen kann. So wäre sicher die LIVE III mit AWK-Klaviatur der Bringer, nicht wahr, Micbael?

Ja, das hätte was! Aber ich finde die serienmäßige Holzkern-Klaviatur mit den leicht angerauten Belägen - übrigens dieselbe wie in der 360 - sehr angenehm.

Nach wie vor ist ganz offenbar nicht daran gedacht, die Live III zur flächigen Raumbeschallung zu verwenden. Dass die LS auf die Sitzposition des Spielers eingemessen sind, ist Bestandteil des Konzeptes. Und das ist ausgezeichnet gelöst. Man sitzt - gerade bei den neuen Sets - wirklich in einer "Klangwolke".
Wer diese Orgel kauft, weiß vorher, dass er weder Wohnzimmer noch Kirche füllen kann. Und er hat ja reichlich Alternativen, wenn er ein anderes Konzept will.

@Machthorn: Saalorgeln sind für dieses Konzept wohl eher unergiebig. Denn die Orgeln werden ja mit dem Raum drumherum abgebildet. Und eine Saalakustik ist da eher dröge, wenn als Alternativen herrliche Raum-Klang-Bilder aus Kirchen zur Verfügung stehen. Das könnte auch beim geplanten Sampling von Orgeln in den USA heikel werden. Denn in vielen Kirchen dortzulande stand für den Architekten im Lastenheft, jedes Quäntchen Hall zu eliminieren.

LG
Michael
Gespeichert
Wichernkantor
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 3487


« Antworten #26 am: 27. November 2017, 07:31:53 »

Ach ja - und was ich noch interessant fand: Beim mehrfachen Gang durch die Fertigung / Montage fiel mir auf, dass keine einzige LiVE III in der Montagekette zu sehen war. Alles was da zu dutzenden in Reih und Glied aufgestellt war und sukzessive seiner organologischen Vollendung entgegenstrebte waren Studios und Opüsse und Vivaldis und ein paar Spezialitäten à la Monarke, Makin oder der LDS-Serie. Hat jemand von euch eine LiVE gesehen?

Nö, ich nicht. Das schwarze Positiv-Gehäuse, das wir gesehen haben, gehörte zu einer anderen Modellreihe. Wir haben ja noch geblödelt, dass da ein "Spielregister" gut passen würde. Statt Zimbelstern oder ähnlicher Schnurrpfeifereien: Beim Betätigen des Zuges öffnet sich oben ein Sargdeckel, ein Skelett setzt sich auf und tutet auf einer Mundharmonika das "Lied vom Tod" aus dem gleichnamigen Kult-Italo-Western meiner Jünglingsjahre ...  duck und weg

LG
Michael

Gespeichert
Gemshorn
Administrator
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 6387



WWW
« Antworten #27 am: 27. November 2017, 08:58:01 »

Es ist erfreulich, dass Johannus nun bereits eine Reihe von exzellenten Sample-Sets für die LiVE-Reihe im Sortiment hat. Die Klangqualität der LiVE hat mich vom ersten Augenblick an überzeugt, das oben erwähnte schmalbrüstige Volumen aber ganz und gar nicht. Nicht, dass ich zuhause permanent die Regler am oberen Anschlag stehen hätte (bei der Concerto wäre ein Krieg mit den Nachbarn ebenso vorprogrammiert wie ein Hörschaden), aber im Bedarfsfall möchte ich es zumindest können.

Warum also diese Fixierung auf den Spieler und die damit einhergehende arge Beschränkung der Lautstärke? Litte etwa die Qualität der Samples, wenn mit mehr Volumen und Schalldruck gearbeitet würde? Oder sind da viel grundsätzlichere Bedenken vorhanden, derartige Samplesets auch in Kirchen und Kapellen einzusetzen (Stichwort Rechtelage)?
Gespeichert

Gloria Concerto 234 DLX Trend
Wichernkantor
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 3487


« Antworten #28 am: 27. November 2017, 09:12:36 »

Auch bei Hauptwerk-Lösungen ist ja eine 2.1.-Abstrahlung aus Nahfeldmonitoren Standard. Und sie wird von vielen Usern und Sample-Lieferanten auch empfohlen, um einen realistischen Klangeindruck des Samplesets zu bekommen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Rechtslage auch eine Rolle spielt.
Hauptargument scheint mir jedoch eine möglichst authentische Abbildung der Räumlichkeit. Und wenn Du eine virtuelle Orgel in einen Raum stellst, hast du ja den Raumklang der virtuellen Abbildung plus Raumklang des Aufstellungsortes. (Genau solche Effekte auszuschalten, ist ja der Sinn des punktgenauen Einmessens, das man uns beim letzten Besuch in Ede anlässlich der Live 2-Premiere vorgeführt hat.)
Insofern ist es schon konsequent, zu sagen: Wir schaffen eine eng eingegrenzte Zone, in der sich die Schallkegel der LS so schneiden, dass ein Optimum zu hören ist.
Wir haben ja an der Live III bei Kisselbach mal ausprobiert (warst Du nicht dabei?), wie groß die Zone ist, in der eine Live III auch den Dritthörern Spaß macht. (Ich glaube, Clemens und Harald hatten da mitgemacht.) Es war in der Tat nur ein kleiner Radius, in dem vor allem die (am Spieltisch ob ihrer Präsenz und Dichte immer wieder begeisternden) Bässe wirklich ideal zu hören waren.

LG
Michael
Gespeichert
Aeoline
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1364



« Antworten #29 am: 27. November 2017, 10:18:21 »

Ich glaube, ich muss meine von mir selbst immer wieder geäußerte Kritik an der Lautstärke der LiVE III auch nochmal überdenken.

Ich oute mich mal in der Form, dass ich die LiVE III (mit Wissen...) erst ein- oder zweimal OHNE Kopfhörer gespielt habe. Der Grund dafür ist, dass ich das Instrument immer nur auf unseren Forumstreffen angespielt habe und da spiele ich IMMER mit Kopfhörer um die anderen nicht zu stören.

Also mit MEINEM Kopfhörer (den ich IMMER dabei habe...) klingt sie mir viel zu leise. Mein KH hat keine riesige Impedanz (ich glaube 32 Ohm...) aber vielleicht ist in der LiVE III ein relativ schwacher Kopfhörerverstärker eingebaut. Alle anderen Johannüsse klingen mit meinem KH wesentlich lauter. Gerade bei der Demo der LiVE III am Samstag in Ede - ich saß zwei Meter hinter dem Organisten direkt in der Mitte - empfand ich die Lautstärke als keineswegs "zu leise".

Ich werde mich also zukünftig bei Kritik an der Lautstärke der LiVE III so lange zurück halten, bis ich mal irgendwo alleine auf dem Bock sitzen kann und mal das ACC Set im Tutti ohne KH spielen kann. Wohlmöglich - oder vermutlich sehr wahrscheinlich - reduziert sich dann meine Lautstärkenkritik auf MEINEN KH an der LiVE III.

LG
Aeoline
Gespeichert

Viscount Unico 400 DE V1.13.1 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)

Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus! - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Seiten: 1 2 [3] 4 5   Nach oben
Drucken
 
Gehe zu: