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Autor Thema: Bitte ein paar Fragen zu eventueller gebrauchter Hausorgel  (Gelesen 418 mal)
sibelius
Novize
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Beiträge: 6


« am: 17. Oktober 2017, 12:20:19 »

Guten Tag!
Ihr hattet letztes Jahr bereits die Freundlichkeit, mich bei dem Kauf meiner Studio 150 zu beraten.
Ich bedanke mich nochmals dafür.
Das Bessere ist des Guten Feind, und angesichts meines Wohnzimmers, das bis in den Giebel etwa 450 cm hoch ist, und den mitunter auftretenden zumindest auf den ersten Blick günstigen Gebrauchtangeboten (Ladach zB) für das, was mich interessieren würde ( etwa II + P mit 6 bis 10 Registern, möglichst mechanisch) , habe ich jetzt angefangen, über eine Hausorgel nachzudenken. Naturgemäß sollte die nicht viel kosten, so 10000 Euro wären langsam die Schmerzgrenze.
1. Ist diese Vorstellung überhaupt einigermaßen realistisch, oder bekommt man dafür gemeinhin nur Schrott mit erheblichen Sekundärkosten?
2.Kann man als handwerklich Geschickter sowas selber abholen und aufbauen?
3. Wie oft muß man eine Pfeifenorgel im Wohnraum stimmen lassen? Was kostet das etwa für diese Größe?
4.Gibts nochwas unbedingt zu beachten, bevor man da wo zuschlägt?
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Tip geben würde, und bedanke mich schon jetzt herzlich dafür.Falls ich alte Beitrage übersehen habe, bitte ich um Verzeihung und wäre auch für diesen Hinweis dankbar.
Grüße an alle

Peter
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clemens-cgn
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« Antworten #1 am: 17. Oktober 2017, 16:18:31 »

Auch Qualität hat ihren (Gebraucht)-Preis. Ziehe zum Kauf einen Fachmann hinzu (auch der verursacht ggfs. Kosten!). Sind in der Schmerzgrenze weitere Installationskosten mit inkludiert (z. B. Heizungssteuerung in Verbindung mit einer Lüftung, oder einem Drehstromanschluß für die Windmaschine, statische Herrichtung des Untergrundes)?
Als blutiger Laie ohne fundierte Fachkenntnisse im Bereich Holz-, Metall- und Lederverarbeitung,... überließe ich das Umsetzen lieber einem Orgelbaufachbetrieb. Mit dem bloßen Versetzen ist es ja nicht getan. U.U. ist das käuflich erworbene Stück in den letzten 30 Jahren gar nicht gewartet... völlig verdreckt...teilweise defekt... oder am neuen Stellplatz fehlen wegen einer schiefen Wand doch 3 mm an Stekllfläche....dann können solche Arbeiten beim Umsetzen praktischerweise gleich mit erledigt werden. Klanglich evtl. technisch sollte (muß) das Instrument an die neue Umgebung angepaßt werden. Eine verdreckte Pfeife läßt sich weder vernünftig intonieren, noch stimmen. Frag mal bei Deinem örtlichen Elektriker nach, wie hoch ein Gesellentageslohn beim Kunden auf der Rechnung zu Buche schlägt. Transport ist ggfs. ebenfalls zu organisieren und verursacht Kosten.
Da sind wohl Deinerseits noch ein paar Denksportaufgaben notwendig  Zwinkern
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Schwarzspieler
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« Antworten #2 am: 17. Oktober 2017, 17:37:29 »

Also, ich kann zwar nachvollziehen, dass Du mit Deiner Studio 150 nicht zufrieden sein kannst. Aber ich habe selbst eine extra für mich gebaute Pfeifenorgel verkaufen müssen, weil ich die ständige Stimmerei bei kleinsten Temperaturschwankungen, die Umzugänglichkeit zu den Pfeifen und die Heuler, Probleme mit der Traktur irgendwann leid war. Gut, die Orgel war nicht von einem renommierten Orgelbauer, aber für eine Pfeifenorgel musst Du schon handwerkliche Neigungen, wenn nicht Bastlerqualitäten haben. Wenn Du Dir die Angebote bei Ladach oder Weishaupt oder Orgeltraum anschaust, merkst Du bald, dass die meisten Orgeln für große Räume disponiert oder auch intoniert wurden. Oder Du kaufst so eine obertonreiche Fiepskiste auf Prinzipal-2-Fußbasis und Zimbeleien, die Dich bald nur noch nervt. Wenn Du Geld hast, solltest Du selber bei einer renommierten Firma  bauen lassen. Die Digitalorgeln sind aber doch heutzutage auf einem so hohen klanglichen und haptischen Niveau, dass Du für 10.000 Euronen schon was sehr Anständiges bekommst - mit Originalpfeife eher nicht so oft...
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Gloria Cantus Jubiläum 238 Trend
Gemshorn
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« Antworten #3 am: 17. Oktober 2017, 17:37:46 »

Wenn du den Auf- und Abbau der "günstigen" Pfeifenorgel nicht selber erledigen kannst oder willst, kommen durch die Beauftragung einer Fachfirma erhebliche Kosten hinzu. Habe ich beim Forumstreffen erfahren...
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Gloria Concerto 234 DLX Trend
sibelius
Novize
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Beiträge: 6


« Antworten #4 am: 18. Oktober 2017, 09:43:20 »

Guten Morgen!
Ich danke allen für ihre Beiträge, auch wenn nicht alles so meine Illusionen bestätigt hat..
In welcher Höhe sich Löhne befinden, ist auch mir bekannt; gerade deswegen ist die Alternative weitestgehend selbermachen oder gehtnicht. Da ich mal eine Grundausbildung zum Möbelschreiner gemacht habe, ist das vielleicht auch nicht ganz so illusorisch.
Nun hatte ich früher eine Organistenstelle mit einer vollmechanischen II+p mit 18 Registern, die auch nicht erst am Vortag erbaut worden war, und ich kann mich nicht erinnern, daß daran jemals irgendwelcher Instandsetzungsbedarf aufgetreten wäre...ich weiß nichtmal mehr, ob das Ding wirklich jedes Jahr gestimmt worden ist.
Somit hatte ich Hoffnungen, daß im Wohnraum eine halbwegs erhaltene Orgel ohne großen laufenden Aufwand auskommen könne; Berichte über das Elend mit einer Hausorgel wie beim Schwarzspieler ziehen mir natürlich diesbezüglich sämtliche Zähne, und ich bin sehr dankbar, wenn man mich vor sowas bewahrt.
Nochmals vielen Dank an alle
Peter
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Wichernkantor
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« Antworten #5 am: 18. Oktober 2017, 16:23:01 »

Gerade eine Hausorgel erfordert bei der Mensurgestaltung eine idividuelle Lösung und eine besonders hochwertige Intonation, wenn man des Instruments nicht bald überdrüssig werden soll. Meine Vorrredner haben es bereits angesprochen: Anders als ein Kirchenraum mit einem volumenbedingten "Wärmepuffer" unterliegt ein Wohnraum häufigen Temperaturschwankungen, die zudem sehr schnell eintreten. Das ist weder gut für die Stimmung noch für die Mechanik. Vor allem die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Holz- und Metallpfeifen können den Klang ziemlich "confundiren". In der Praxis heißt, das: Oft sind gerade mal die 8'er und 4'er brauchbar - schon bei den 2'ern beginnt es zu klingeln, von Mixturen ganz zu schweigen.
Hausorgeln klingen ideal in einem größeren Wohnraum (50 qm plus x), der über zwei oder anderthalb Stockwerke geht, eine sehr langsam wirkende oder gar keine Heizung und durch harte Wand- und Bodenbeläge etwas Eigenakustik hat. Die Pfeifen müssen so intoniert sein, dass sie perfekt verschmelzen. Stattdessen sind (bei den Instrumenten, die auf einschlägigen Pages zum Verkauf stehen) oft steile Dispositionen zu finden und ausgeprägte Spaltklänge zu hören. Mich haben die "Übeorgeln"  (viel Mechanik, wenig Pfeifen), die in kleinen Arbeitszimmern mit Normmaßen stehen (4x4x2,60m), i.d.R. nicht angesprochen, vor allem, wenn dann im Pedal nur ein Sordun 16' oder gar kein 16' vorhanden war.
Gerade ein Instrument zum Üben sollte etwas "Klangsinnlichkeit" entfalten, damit das Üben Spaß macht.
Das dürfte für die meisten Leute in diesem Forum der Grund gewesen sein, sich eine DO in die Übeklause zu stellen. Bei mir jedenfalls war das so.  Lachen

LG
Michael
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Schwarzspieler
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« Antworten #6 am: 18. Oktober 2017, 17:31:32 »

Wichernkantor hat leider Recht. Wobei auch 8- und 4-Füße untereinander auch ganz schön schweben können. Und da reicht es schon, einmal morgens Stoßlüftung zu machen und danach schön zu heizen... Allerdings hatte ich im Pedal auch nur einen Zartbass 8' und ein Oktavbass 8' und einen zeichnenden 4'. Das hat für den kleinen Raum völlig gereicht. Alternativ gab es ja noch das Cubus-Register aus Windesheim, das ich aber nie gehört habe...
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Gloria Cantus Jubiläum 238 Trend
Hornprinzipal
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« Antworten #7 am: 18. Oktober 2017, 23:01:17 »

Wie wäre es denn mit so etwas?
http://orgeltraum.de/angebote/reil-11-2-p/reil-11-2-p.html

Reil baut(e?) diese Hausorgeln in alt-niederländische Tradition.
Allerdings dürfte so eine Orgel vermutlich das Budget sprengen und ein Traum bleiben.
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