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Autor Thema: Kirchenchor(leiter) vs. Liturgie  (Gelesen 746 mal)
Guilain
Erleuchteter
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« Antworten #10 am: 06. März 2017, 15:23:14 »

Nur zur Ergänzung: Den Gesang begleiten darf man immer, auch am Gründonnerstag und am Karfreitag. Das deutsche "Zeremoniale für die Bischöfe" äußert sich hier relativ offen und nennt den römischen Brauch als Möglichkeit:

40. Gesang und Musik sollen dem Charakter der liturgischen Zeit bzw. dem Anlass entsprechend ausgewählt werden.
Gemäss römischem Brauch können folgende Regelungen eingehalten werden:
Von Aschermittwoch bis zum Gloria in der Osternacht sowie in den Feiern für Verstorbene sollen Orgel und andere Instrumente nur zur Begleitung des Gesangs eingesetzt werden, außer am Sonntag Laetare (4. Sonntag der österlichen Bußzeit) sowie an Hochfesten und Festen.
Nach dem Gloria der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags bis zum Gloria der Osternacht sollte vollständig auf Instrumentalmusik verzichtet werden, falls es sich nicht empfiehlt, Orgel und andere Musikinstrumente nur zur Begleitung des Gesangs einzusetzen.
In der Adventszeit sollen Musikinstrumente nur in dem Maße verwendet werden, wie es der freudigen Erwartung dieser Zeit entspricht, ohne jedoch die volle Weihnachtsfreude vorwegzunehmen.
Ältere und neuere örtliche Gewohnheiten sollen erhalten bleiben, soweit sie dem Charakter der einzelnen liturgischen Feiern entsprechen.
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Lingualpfeife
Novize
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« Antworten #11 am: 06. März 2017, 19:15:58 »

Vielen Dank für Eure neuerlichen Antworten! Danke

Schwarzspieler, Dich muss ich leider enttäuschen, denn ich bin zu sehr in der katholischen Kirche verwurzelt, als dass ich mich von solchen (wenn auch ärgerlichen) "Kleinigkeiten" abbringen ließe. Weihrauch

@ Clemens: Ich bin hauptsächlich Organist der Gemeinde und zusätzlich Korrepetitor im Chor. Unser Chor hat (wenn er auch vergleichsweise alt ist) keinen Chorvorstand oder ähnliches, sondern "nur" einen Leiter/Dirigenten. Problematisch dabei ist allerdings, dass der aktuelle Chorleiter nicht aus der Kirchenmusik kommt, sondern studierter Opernsänger ist. Und daher habe ich das Gefühl, ihn manchmal etwas einbremsen zu müssen, damit es ein Gottesdienst bleibt und kein Konzert wird. Unser Pfarrer hält sich ja - wie bereits erwähnt - gepflegt heraus. Ich äußere mich aber natürlich in einem stets kollegialen Ton. Im Übrigen wurde ich Korrepetitor (und zeitgleich Organist der Gemeinde) nicht nur mit dem Placet des Chorleiters, sondern auf dessen Vermittlung hin.

Ich hatte mittlerweile die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit ihm. Dabei konnte ich ihn vom Weglassen des Kyrie überzeugen. Also ein erstes Erfolgserlebnis Freundlich
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clemens-cgn
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« Antworten #12 am: 06. März 2017, 22:31:52 »

Hallo Lingualpfeife,
herzlichen Glückwunsch.... gerade, wenn er aus dem Opernfach kommt, benötigt er viel Zuspruch. Lob ihn, wo immer echtes Lob möglich.... Wie Du ja gerade erfahren konntest, hilft manchmal ein gutes Gespräch über unüberwindbare Klippen. Ein vorgeschaltetes Lob wirkt dann wie "Caramba"-der Rostlöser, die Allzweckwaffe jedes Autoschraubers.
Weiterhin viel Erfolg (... der stete Tropfen vermag auch den Stein auszuhölen Zwinkern )
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