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Autor Thema: Orgeln in der NAK  (Gelesen 2909 mal)
Gemshorn
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« Antworten #20 am: 29. April 2017, 09:39:50 »

Für mich gleichermaßen faszinierend wie rätselhaft: Woraus entsteht der fantastische Klang? An den Orgeln, die ich kenne, steht und fällt alles mit der Mannigfaltigkeit der Registerfamilien und der Fußtonlagen. In den englischen Orgeln beschränkt man sich - wie man sieht - auf sehr wenige Fußtonlagen. Und trotzdem klingt es?
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« Antworten #21 am: 29. April 2017, 10:19:53 »

Ich denke, gerade durch die wenigen Fußtonlagen ergibt sich der warme Klang, den dieses Instrument erzeugt. Will man laut spielen, muss man ja nur mehrere Register und die Superkoppel ziehen, das klingt dann schon fast wie mit einer schönen Mixtur. An sich ist es natürlich auch das subjektive Empfinden jedes Einzelnen, ob ihm der Klang gefällt.

Hast du dir schon eins der Videos angeschaut? Die Tonqualität ist nicht die beste, aber man hört, dass die Orgel was drauf hat Zwinkern
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Uwe Madsak
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« Antworten #22 am: 01. Mai 2017, 13:52:43 »

Neuapostolische Kirche Wuppertal-Barmen, 2000 (II/13)
Orgelbau Simon

I. Manual · C - g ³
1. Prinzipal 8´
2. Gedackt 4´
3. Rohrflöte 4´
4. Oktave 2´
5. Mixtur 4 f. 1 1/3´

II. Oberwerk · C - g³
  6. Quintade 8´
  7. Prinzipal 4´
  8. Blockflöte 2´
  9. Sesquialter 2 f.
10. Zimbel 2-3 f. 1/2´
11. Krummhorn 8´
     Tremulant

Pedal · C- f¹
12. Subbaß 16´
13. Trompete 8´
Schleifladen mit elektrischer Spiel- und
Registertraktur, Spieltisch freistehend.

Der Pfeifenbestand basiert auf der Vorgängerorgel von den bereits erwähnten Orgelbauer Schwan
http://gschwan.ibk.me/6.html opus 8

Diese Orgel hatte einen Spieltisch hinter dem Altar mit Blickrichtung in die Gemeinde.
Die mechanische Traktur (mit Sub- und Superkoppeln) erforderte beim spielen mit Manualkoppeln vollen körperlichen Einsatz. Leider hat man bei dem Umbau auf die Sub/Super-Koppeln verzichtet. Schade, hätte die klanglichen Möglichkeiten bereichert.

Sowohl das vormalige Instrument von Schwan als auch die Simon war einige Jahre meine "Dienstorgel". Die mechanische Traktur wurde aber irgendwann um 1987 bereits ersetzt. Zur damaligen Zeit gab es dort bei"großen Diensten" teilweise solch heftigen Gemeindegesang daß sämtliche Koppeln genutzt wurden um das Tutti nochmals zu verstärken. Das Wort Druckpunkt erlangte hier eine "erschwerende" zusätzliche Wortbedeutung.
Beim Neubau durch Simon wurde damals ein Metallspan an einem Ventil nicht entdeckt. Dadurch blieb die Pfeife (im Hauptwerk!) oftmals auf. Nur durch einen oder mehrere Neustart(e) ließ sie sich ab und an zum Schweigen überreden. Bei einem Besuch des Herrn Brinkmann (Neuweihung nach Umbau?) geschah eben genau dieses und ein Spiel war nur mit ausgeschaltetem Hauptwerk auf dem 2.Manual möglich. Nach dem Gottesdienst sprach mich Herr Brinkmann (natürlich nicht persönlich)an, ob ich nicht orgelspielen könne. Das Spiel während des Eingangsliedes sei ja wohl viel zu leise gewesen. (Kein Wunder beim den Registern im 2. Manual Freundlich) Meinen Einwand daß ich nichts dazu könne ließ er so nicht stehen. Das könne nicht sein, da das Instrument ja neu sei. Egal warum, in der Woche darauf wurde auch dieser Span gefunden und entfernt. Herr Bruns hatte aber kurz darauf Freude nach einem Gottesdienst auf dem Instrument  Zwinkern
Habe darauf viele schöne Sunden erlebt. Hätte das vorhandene Instrument gerne um einige zusätzliche digital gesampelte Stimmen erweitert. Alternativ wäre auch die Option reizvoll gewesen, eine digital gesampelte Orgel mit dem vorhandenen Pfeifenmaterial zu erweitern. Die neue Peters in Elberfeld kenne ich allerdings nicht mehr. Spiele heute etwa 12 mal im Jahr nebenan im Bethesda Krankenhaus auf der dortigen Dipl. Ing. Heinz Ahlborn zum evangelischen Dienst......
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« Antworten #23 am: 05. Mai 2017, 13:43:09 »

Nach unserem Forumstreffen 2017 habe ich am 1. Mai 2017 an einer weiteren Orgeltour in Stuttgart teilgenommen. Gerade gegenüber den gigantischen Salamanderwerken steht das neue Kirchengebäude der Neuapostolischen Kirche in Kornwestheim. Der Orgelsachverständige Andreas Ostheimer bemüht sich dahingehend, dass neue Pfeifenorgeln im Raum Stuttgart unterschiedliche Dispositionen haben, so dass ein Orgelkonzert barock und in einer anderen Kirche romantisch ge spielt werden kann. Wie überall kosten Pfeifenorgeln nicht wenig Geld. Die NAK Süddeutschland hat deshalb Richtlinien, welche u.a. die Anzahl der Register an die Größe des Kirchenraumes koppelt, also an die vorhandene Sitzplätze. Und da gibt es für Kornwestheim 9 Register. Ob künstlerisch sinnvoll sei dahingestellt, wirtschaftlich gesehen macht es einen Sinn, da die Kirche sich mit einigen wenigen Ausnahmen (Apostel, Bischof, Verwaltung) ehrenamtlich aufstellt und ausschließlich über Spenden finanziert. Daraus erwächst eine Mini Cavaille-Coll Orgel. Ich konnte mich davon überzeugen, dass mit diesem durchdachten Konzept trotzdem Einiges geht.

I.Manual C-g'''

Bourdon 8'
Montré 8'
Prestant 4'

II.Manual, Schwellwerk C-g'''

Viola 8'
Bourdon 8'
Flûte Octaviante 4'
Octave 2'
Plein Jeu 2'
Basson Hautbois 8'

Pedal C-f'

Subbass 16'

Das erste Manual hat weniger Register, da vom zweiten aus dadurch mehr gekoppelt werden können. Der verstärkte Subbaß drückt ganz heftig und ein raumfüllenden Plenum ist überzeugend machbar.

Jäger und Brommer: "Unsere Orgel richtet sich nach dem Klangkonzept der französisch-romantischen Chororgeln des Großmeisters Aristide Cavaillé Coll aus. Damit bietet auch unsere Orgel bei kleiner Disposition ein großes und unaufdringliches Klangvolumen mit feinen farbigen Elementen. Die Orgel wird sich als Brüstungsorgel harmonisch in das Gesamtkonzept des Kirchenneubaus einfügen"

Hier der link: https://www.waldkircher-orgelbau.de/orgelgalerie/kornwestheim-neuapostolische-kirche.html
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Wichernkantor
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« Antworten #24 am: 05. Mai 2017, 13:46:50 »

Jo, das ist ACCs Salon- bzw. Chororgeltypus darauf lässt sich trefflich recht viel Literatur spielen und sehr vielseitig begleiten.
Und die ausführende Firma hat das Konzept sicher sehr überzeugend umgesetzt.

LG
Michael
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« Antworten #25 am: 05. Mai 2017, 21:44:19 »

Auf diesem kleinen ACC-Orgeltyp geht mit etwas Umdenken (manchmal auch Umverteilen von Notensystemen Lupe) der größte Teil von Bachs Orgelbüchlein.
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Gemshorn
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« Antworten #26 am: 05. Mai 2017, 22:12:17 »

Mir gefällt das Konzept dieser Kleinorgel ganz außerordentlich!
Die schlichte Optik des Prospekts hat Charme - und der Spieltisch wirkt mit den farbverkehrten Klaviaturen und den Manubrien solide und wertig. Zu den wenigen Registern: Da geht sicher einiges. In der kleinen Disposition finden sich einige Stimmen, die bestimmt auch solistisch verwendet und mit dem jeweils anderen Manual gut begleitet werden können. Gerne würde ich diese Orgel einmal kennen lernen.
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Machthorn
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« Antworten #27 am: 05. Mai 2017, 23:28:57 »

Die Orgel würde ich tatsächlich gerne einmal live hören! Man hat in BaWü scheinbar ein wenig gelernt. Klanglich wirklich nicht schlecht aber konzeptionell etwas merkwürdig finde ich z.B. diese hier in der NAK Weinsberg:
http://www.orgel-information.de/x_ueberarbeiten_Orgeln/Deutschland/W/wa-we/Weinsberg_NAK.html#.WQztpkCkKV4
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Gemshorn
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« Antworten #28 am: 06. Mai 2017, 09:05:20 »

Ah, von Hehl-Orgelbau; die sind doch gewissermaßen Spezialisten für kleine Orgeln. Auf der Homepage findet man einige quasi-serienmäßige Kleinorgeln, die bei Bedarf aber an die Vorgaben des Kunden angepasst werden können.
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« Antworten #29 am: 06. Mai 2017, 09:46:13 »

Die Orgel würde ich tatsächlich gerne einmal live hören! Man hat in BaWü scheinbar ein wenig gelernt. Klanglich wirklich nicht schlecht aber konzeptionell etwas merkwürdig finde ich z.B. diese hier in der NAK Weinsberg:
http://www.orgel-information.de/x_ueberarbeiten_Orgeln/Deutschland/W/wa-we/Weinsberg_NAK.html#.WQztpkCkKV4

Die erinnert mich ein wenig an mein Unterrichts-Instrument in Lorch, BaWü. I. Manual als Begleitwerk, aber mit durchkoppelnder Superkoppel.

http://as-orgelbau.com/lorch-nak-2008-ii10-neubau.html
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