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Autor Thema: Die Hausorgel in der Mietwohnung - Pedal"getrampel"  (Gelesen 3019 mal)
BWoll
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« am: 26. Juni 2016, 17:03:08 »

Hallo zusammen!

Aufgrund meines Studiums werde ich bald von Zuhause ausziehen und eine Mietwohnung beziehen.
Diese wird im 1. Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses liegen.
Ich mache mir jetzt schon ein paar Gedanken, wegen des Körperschalls der Orgel (Kopfhörer, Lautsprecher leise gedreht sind ja nur die halbe Miete für den "Lärm").
Zuhause hat meine Mutter im Wohnzimmer unten drunter immer das Gefühl gehabt, ich wollte die Decke sprich den Boden, auf der die Orgel steht abreißen. Es muss unheimlich laut gewesen sein.
Bei der Mietwohnung kann ich diese Toleranz nicht erwarten. Daher mein dringendes Problem:
Wie kann ich das Pedal "leise" machen? Natürlich ist es bereits von Haus aus geflizt. Aber das scheint ja nicht zu reichen.

Vielen Dank im Voraus!!

Herzliche Grüße
Benedikt
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Liebe Grüße

Benedikt Woll
Gemshorn
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« Antworten #1 am: 26. Juni 2016, 19:59:13 »

Lange nichts von dir gelesen, Benedikt. Willkommen zurück. Freundlich

Zu deiner Frage: Erst mal einen guten Teppich unter die Orgel? Kopfkratzen
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Gloria Concerto 234 DLX Trend
Machthorn
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« Antworten #2 am: 26. Juni 2016, 23:47:40 »

Wenn das nicht reicht, bau dir einen Sockel. Es gibt Trittschalldämmplatten, die sich wie Puzzlestücke zusammensetzen lassen. Sie nehmen Vibrationen sehr gut auf, sind aber nicht weich, sacken also unter dem Gewicht der Orgel nicht ein. Wenn du davon zwei oder drei Lagen nimmst, die mit farblich zum Instrument passendem Laminat (muss nicht teuer sein) abdeckst und noch ein paar Abschlussleisten drum rum setzt, hast du einen hübschen aber nur 2cm hohen "Sockel" für dein Instrument, der die Pedalgeräusche quasi komplett aufnehmen sollte.
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Gloria Klassik 226 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #3 am: 27. Juni 2016, 06:38:40 »

Geräuschloser Anschlag der Pedaltaste durch leichte, aber präzise definierte Knickbewegung im Fußgelenk war - jedenfalls in meinen Lehrjahren - Ziel eines guten Orgelunterrichtes. Mir ist schon mehrfach aufgefallen, dass jüngere Organisten viel "aus dem Bein heraus" arbeiten und dadurch Trampelgeräusche entstehen. Der "Lärm" entsteht dabei bereits beim Aufprall von Spitze oder Ferse auf der Taste. Wird das heute so gelehrt?

Zuverlässigere Abhilfe als alle Dämmvorrichtungen dürfte es schaffen, Pedalsoli mit einem Gedackt 8' oder Violoncell so zu üben, dass man den Pedalanschlag nicht hört - nach der Methode, die Flor Peeters in seiner Schule "Ars Organi" beschreibt: Alle Pedaletüden zunächst in ganz langsamem, dann immer schnellerem Tempo. Jedes Wochenpensum so, dass man es am Ende der Woche doppelt so schnell kann, wie am Anfang. Mühsam, aber wirksam ...

LG
Michael
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Machthorn
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« Antworten #4 am: 27. Juni 2016, 08:09:37 »

Zitat
Der "Lärm" entsteht dabei bereits beim Aufprall von Spitze oder Ferse auf der Taste.
Zumindest bei meiner Orgel ist das nicht die Ursache für das hörbare Poltern im Stockwerk darunter. Das entsteht beim Zurückfedern nach dem Loslassen der Taste. Dem bin ich mal durch puren Zufall auf die Spur gekommen.
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Gloria Klassik 226 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #5 am: 27. Juni 2016, 09:45:01 »

Zumindest bei meiner Orgel ist das nicht die Ursache für das hörbare Poltern im Stockwerk darunter. Das entsteht beim Zurückfedern nach dem Loslassen der Taste. Dem bin ich mal durch puren Zufall auf die Spur gekommen.

Genau dieses Geräusch vermeidet ein Pedal in Orgelbauerqualität (mit Rundstäben anstelle eines ausgesägten Brettes zur vorderen Führung der Tasten) durch dicke, runde Anschlagpolster aus Gummi, die am Berührungspunkt zu den Tasten zusätzlich mit runden Filzscheiben belegt sind. Da knallt dann nix mehr. Das Geräusch entsteht wohl durch die Resonanz des beim Billigpedal verwendeten Brettes. Johannus ist ja von dieser Bauweise wieder abgekommen. Ich habe seit wenigen Wochen wieder ein solches Pedal, nachdem beim alten nach knapp  fünfjährigem Gebrauch die seitliche Befilzung bei immer mehr Tönen "rasiert" war und etliche Tasten seitlich scherten und dadurch knarzten. Das neue funktioniert wieder geräuschlos und läuft exakt in den (filzlosen) seitlichen Führungen.

Spieltechnisch ist auch das Herausgehen aus der Taste ein Lernschritt. Beim Wechsel zwischen den Füßen erfolgen die Bewegungen aus beiden Fußgelenken gegenläufig und völlig synchron. Beim Wechsel zwischen Ferse und Spitze (et vice versa) ist die Gelenkdrehung ebenfalls ein organischer Vorgang, bei dessen Beherrschung eigentlich kein Geräusch entstehen sollte. Die gesamte französische Schule lehrt diese (elementaren) Techniken bis heute.

LG
Michael
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Erik
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« Antworten #6 am: 27. Juni 2016, 17:14:03 »

Ist meiner Orgellehrer auch ein Graus wenn ich die Pedaltasten so hoch spicken lasse. Er ist erst zufrieden mit ein Stück wenn das Pedal keine Lärme von sich gibt...  Schlaumeier
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BWoll
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« Antworten #7 am: 27. Juni 2016, 18:41:45 »

Vielen Dank Euch allen für die interessanten Beiträge!
Also, so arrogant es klingen mag, an meiner Spielweise liegt es nicht.
Ich werde mal den Tipp mit dem Podest ausprobieren. :)

Herzliche Grüße!
Benedikt
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Liebe Grüße

Benedikt Woll
pvh
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« Antworten #8 am: 27. Juni 2016, 21:12:06 »

Hallo,

wenn ich übe, so ist die Lautstärke der Orgel ebenfalls gar nicht das Problem für die Mitbewohner. Es ist vor allem das Geräusch der Pedaltasten, was stört, sowohl horizontal in den Nebenzimmern, als auch vertikal im Stockwerk drüber oder drunter.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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BWoll
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« Antworten #9 am: 27. Juni 2016, 22:07:36 »

Drüber auch? Hilfe, dann ist es ja egal, ob Erdgeschoss oder ein Obergeschoss.
Das beunruhigt mich..
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Liebe Grüße

Benedikt Woll
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