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Autor Thema: Adventliches und Weihnachtliches in TV und Radio  (Gelesen 2775 mal)
Gemshorn
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« Antworten #20 am: 05. Dezember 2016, 11:13:00 »

Weihnachtskonzerte im eigentlichen Sinne habe ich nie besucht; zu groß ist die Ermüdung nach dem dichten Advent und den Weihnachtsfeiertagen - da möchte ich dann eigentlich nur noch zuhause sein.
Als ich noch vorweihnachtliche (adventliche?) Chorkonzerte organisierte, war im Programm immer auch eine Prise Weihnacht enthalten; die dargebotenen Stücke durchmaßen mit ihren Themen den Weg vom Advent bis hin zur Weihnacht. Da gab es durchaus Geistliches und Weltliches nebeneinander: Von "Maria durch ein Dornwald ging" bis hin zu "Tollite hostias" aus Saint-Saens Weihnachtsoratorium war da alles dabei, manchmal auch "White Christmas" - ebenso wie "Nun komm, der Heiden Heiland"; auch die Sprechtexte zwischen den Musikstücken deckten die Palette vom Ernst-Besinnlichen bis hin zum Gemütlich-Heiteren ab.
Mir war es dabei wichtig, ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, das den Weihnachtsfestkreis ebenso berücksichtigt wie die säkulare Weihnacht mit ihren oftmals nicht uncharmanten Melodien.
Notabene: Ich spreche hier von einem Konzertprogramm, nicht von einer musikalisch gestalteten Liturgie.
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jogo31
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« Antworten #21 am: 05. Dezember 2016, 15:26:25 »

Ich bin ja hauptberuflich Mesner/Küster. Für gestern hatte sich das örtliche Akkordeon- und Harmonikaorchester in die Kirche für ein Konzert namens "Alpenländischer Advent" eingemietet. Es war alles sehr schön gemacht, adventliche Stimmung durch passende Musik mit Steirischen (Harmonika), Hackbrett, Alphörnern und einem Zwiegesang (Rorate, Maria ging hinaus, Is finster drauß) und dann durfte das "Publikum" mitsingen:

Es wird scho glei dumpa
Still, Still

(Ich weiß gar nicht wen die da in den Schlaf singen wollten, den Adventskranz?)

Leise rieselt der Schnee (nicht gerade "alpenländisch", etwas profan, aber immerhin halbwegs ein Adventslied)

Und das beste:

Heidschi bumbeidschi

(Und zwar mit dem Originaltext, der ungefähr genausoviel mit Advent oder wenigstens Weihnachten zu tun hat, wie ich mit  Socken stricken)
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Gemshorn
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« Antworten #22 am: 05. Dezember 2016, 16:00:16 »

Seid nicht so streng.
Wann wollt ihr die Weihnachtslieder singen wenn nicht jetzt - vor Weihnachten? Ich spreche dabei nicht von der Liturgie, sondern vom häuslichen oder konzertanten Singen.
Die Vorweihnachtszeit ist auch dafür da... und ich prophezeie, dass in Europa noch eine Zeit kommen wird, wo man froh sein wird, wenn die Leut' überhaupt noch in die Kirchen kommen.
 
Bei Schuller's "Hour of Power" - einige von euch mögen das kennen - wird ab dem 1. Advent Sonntag für Sonntag das "Adeste fideles" gesungen.

Es beginnt alles immer früher.
Vor Jahren war ich noch verstimmt, wenn ich am Heiligabend Vormittag ein Weihnachts-SMS bekam. Inzwischen trudeln die Kurznachrichten mit nämlichem Inhalt bereits mitten im Advent ein... Belehrungen werden nicht gehört und schon gar nicht beherzigt. Im Regelfall beantworte ich solche Nachrichten mit "Dir einen guten Advent. Und meine Weihnachtsgrüße bekommst du dann in der Heiligen Nacht. Zwinkern "

Eine verwandte Debatte: "Stille Nacht" im Gottesdienst bzw. im Kirchengesangbuch. Der theologische Wert strebt gegen Null - aber ist ein Verzicht darauf vorstellbar?
Also: Seid nicht so streng.
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jogo31
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« Antworten #23 am: 05. Dezember 2016, 16:21:28 »

Naja...  Bei Veranstaltungen Dritter hat man da wohl schwerer einen Einfluss, aber bei den eigenen kommt in der Adventszeit ein Weihnachtslied einfach nicht in Frage. Im übrigen auch nicht beim häuslichen Singen. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn einem "O du fröhliche" oder "Stille Nacht" in der Heiligen Nacht schon zu den Ohren raushängt. Alles hat seine Zeit und Weihnachtslieder fallen in die Zeit zwischen Heilig Abend und Epiphanie/Taufe des Herrn und meinetwegen noch auf Lichtmess.

Auch wenn alles "früher anfängt", muss man ja nicht auf den Zug aufspringen. Mann muss nicht Ende August Lebkuchen kaufen, man muss nicht vor Christkönig/Totensonntag die Weihnachtsdeko aufhängen und man muss auch nicht vor Weihnachten Weihnachtslieder singen.

Stille Nacht gehört selbstverständlich ins Gotteslob/Gesangbuch, auch wenn es ein Kind seiner Zeit, der Romantik ist.
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wohli
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« Antworten #24 am: 05. Dezember 2016, 17:14:54 »

Notabene: Ich spreche hier von einem Konzertprogramm, nicht von einer musikalisch gestalteten Liturgie.

Ich glaube, dass das auch der wesentliche Unterschied sein muss.
Wir waren gestern auf einem westfälischen Weihnachtsmarkt - an allen Ecken und Enden Geklampfe und Gegröle, aber nix von "klassischen Advents- und Weihnachtsliedern". Wenn die selbst in den Kirchen nicht gepflegt werden, gerne außerhalb vom Liturgischen, hört man die demnächst gar nicht mehr. In meiner Kinderzeit (vor 40-50 Jahren) gab es jedenfalls noch "richtige" Advents- und Weihnachtsmusik in "normalen" Radiosendern, heute nur noch "Last Christmas" bis zum Erbrechen ...

Im Rahmen eines Konzertes für ein Sponsoring zugunsten des Kindergartens habe ich vor Jahren mal eine Partita über das Ex-DDR-Sandmännchenlied "Sandmann, lieber Sandmann" gespielt. Das passt zunächst auch nicht in eine Kirche, aber zu dem Anlass war's schön. Und wenn Lehrndorfers legendäre Kinderlieder aus dem Münchner Frauendom erklingen (bei Butz gibt's jetzt einen Notentext des Männlein-Liedes), dann würde man gerne selbst wieder Kind sein. Wenn das alles nicht mehr (auch von uns?) gepflegt würde, wäre dieses Traditionelle - fürchte ich - bald "weg vom Fenster" ...
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« Antworten #25 am: 05. Dezember 2016, 20:42:27 »

Hallo,
Und das beste:

Heidschi bumbeidschi

(Und zwar mit dem Originaltext, der ungefähr genausoviel mit Advent oder wenigstens Weihnachten zu tun hat, wie ich mit  Socken stricken)
nun ja, ist ja ein Wiegenlied oder Berceuse, wie es in der Literatur meist vornehm heißt. Passt doch zu Weihnachten...

Könnte auch glatt in der Orffschen Weihnachtsgeschichte vorkommen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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Gemshorn
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« Antworten #26 am: 05. Dezember 2016, 20:58:16 »

In meiner Kinderzeit (vor 40-50 Jahren) gab es jedenfalls noch "richtige" Advents- und Weihnachtsmusik in "normalen" Radiosendern, heute nur noch "Last Christmas" bis zum Erbrechen ...
An dieser Stelle eine Lanze und eine Empfehlung für https://radioklassik.at/, wo ich gestern Abend im Rahmen der Sendereihe "Musica sacra" beim Autofahren wunderbare adventliche Musik hörte, hier das Programm. Zwischen den musikalischen Beiträgen hörte man besinnliche Texte, u.a. "Der störrische Esel" von Agatha Christie (!); zum Schmunzeln und nicht ohne Tiefgang.
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« Antworten #27 am: 05. Dezember 2016, 21:05:35 »

Im Rahmen eines Konzertes für ein Sponsoring zugunsten des Kindergartens habe ich vor Jahren mal eine Partita über das Ex-DDR-Sandmännchenlied "Sandmann, lieber Sandmann" gespielt...
.Davon hätte ich gerne mal die Quelle oder die Noten..
Und wenn Lehrndorfers legendäre Kinderlieder aus dem Münchner Frauendom erklingen
Sorry, das war nicht die Orgel im Liebfrauendom, sondern 1968 im Großen Konzertsaal der HS für Musik in München (Steinmeyer 1959, III/P/52, elt. Taschenlade). Das Instrument steht seit 2004 in Maria Himmelfahrt in Weissenhorn.
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« Antworten #28 am: 06. Dezember 2016, 10:19:01 »

An dieser Stelle eine Lanze und eine Empfehlung für https://radioklassik.at/,

Habe den Sender mal aktiviert, wirklich ein guter Tip, kannte ich bisher nicht. Den werde ich glatt gegen Klassik - Radio tauschen was inzwischen viel zu kommerziell geworden ist. Weihrauch Exorzist Weihrauch
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Mit musikalischen Grüssen
Bernhard
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« Antworten #29 am: 06. Dezember 2016, 11:01:12 »

Sorry, das war nicht die Orgel im Liebfrauendom, sondern 1968 im Großen Konzertsaal der HS für Musik in München (Steinmeyer 1959, III/P/52, elt. Taschenlade). Das Instrument steht seit 2004 in Maria Himmelfahrt in Weissenhorn.

Sorry - reines Gedächtnisproblem ...
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