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Autor Thema: CD-Tipps  (Gelesen 28802 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #150 am: 20. April 2017, 07:54:18 »

Schaut und hört mal her, liebe Leute:

Erstmalig ist mir im Sortiment von JPC eine Orgelmusik-CD in Auge und Ohr gefallen, die an einer DO aufgenommen wurde, und zwar an einer Johannus Rembrandt - und zwar nicht als Demo-CD ... !

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/franzoesische-orgelmusik-des-18-20-jh/hnum/6661357

Ich besitze die CD wohlgemerkt nicht, sondern habe lediglich die Klangdemos auf der Händler-Page gehört und bringe sie Euch zur Kenntnis.

LG
Michael
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Wichernkantor
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« Antworten #151 am: 26. April 2017, 13:25:56 »

Diese Scheibe ist gerade frisch in meinen Fundus eingerückt:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/1736-the-bach-recital/hnum/6661158

Matthias Grünert, Kantor (nicht Organist!) der Dresdener Frauenkirche, hat das Konzert rekonstruiert, dass Basti Bach himself anno 1736 an der damals neuen Silberfrau gegeben hat. Nicht nur die Idee ist gut, sondern auch die Realisation. Matthias Grünert ist ein sehr guter Bach-Interpret, das zeigt sich vor allem in den Stücken, die ihre Längen haben, wie der Fuge zur "Dorischen". Da ist ein frischer Zug drin, der keine Langeweile aufkommen lässt. Auch die d-moll-Triosonate mit ihren artikulatorischen und kontrapunktischen Finessen kommt sehr überzeugend, tritt plastisch aus dem akustisch sehr samtigen Raum heraus. Auch in G-dur 541 legt der Interpret ein forsches (und konsequent durchgehaltenes) Tempo vor, kennzeichnend für Grünerts Fugenspiel ist das unmerkliche Stringendo als spannungssteigerndes Element. Die Schüblers als Spielwiese für Farbenzauber sind eine willkommene Zugabe.

Fazit: Hoher Repertoirewert, hoher Dokumentarwert. Aus der Scheibe wird sicher eine Sendung.

LG
Michael
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Albert
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« Antworten #152 am: 06. September 2017, 17:04:03 »

Gibt es zu dieser Veröffentlichung der gesammelten Einspielungen Albert Schweitzers, entstanden zwischen 1928 und 1952, Einschätzungen? Abgesehen davon, dass längst nicht alle Orgeleinspielungen des Interpreten in die Edition aufgenommen worden sind (Manches aber auch erstmalig veröffentlicht wird), wird doch behauptet, dass die klangtechnische Aufbereitung hier besonders gut gelungen sei.

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Albert-Schweitzer-Der-Organist/hnum/4978288
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Wichernkantor
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« Antworten #153 am: 06. September 2017, 17:10:07 »

Ich hab' nur die hier:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Albert-Schweitzer-spielt-Orgelwerke/hnum/4100026

Und da geht es mehr um den dokumentarischen Wert als um den ästhetischen Genuss.
Das Label ifo liefert üblicher Weise sehr gute Klangqualität.

LG
Michael
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Albert
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« Antworten #154 am: 06. September 2017, 20:56:39 »

Schon bekannt?

Michael Radulescu hat für die Stiftung Axiane in dem Zeitraum von 1998 bis 2004 20 CDs an der AHREND-Orgel in Porrentruy, bemüht um einen möglichst unverfälschten Aufnahmeklang, mit dem Werk des Thomaskantors, incl. der Fugenkunst, befüllt.

Zitat
Enregistrement digital direct stéréophonique sans pupitre de mixage et sans manipulation ni recoupage

Ursprünglich war für die Anschaffung der Aufnahmen ein Betrag in Höhe von 400,00 EUR zu berappen. Inzwischen werden die Einspielungen von der Stiftung offenbar nicht mehr vertrieben. Stattdessen werden nunmehr die Aufnahmen Radulescus in voller Länge im Netz zum Anhören kostenfrei zur Verfügung gestellt.


Instrument: http://www.tribunes-baroques.ch/default.asp?MenuID=6808&PageID=4540
Aufnahmen: http://www.axiane.ch/johann-sebastian-bach/catalogue.html
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Albert
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« Antworten #155 am: 07. September 2017, 14:49:11 »

In einem Thread dieses Forums, der zwischenzeitlich geschlossen wurde, lese ich:

Zitat
So mag es sein, daß nach historischen Forschungsergebnissen die Passacaglia im Original nachempfunden gaaanz anders ( damals geklungen hat) heute erklingt. Nach meiner Auffassung ist wichtig, ob der Interpret seine Zuhörer erreicht hat...eventuell sogar Appetit auf ein "mehr davon!" verursacht.

 Dafür

In diesem Zusammenhang ist mir kürzlich diese Aufnahme mit Carsten Wiebusch an der Klaisine der Christuskirche Karlsruhe in die Hände gefallen:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Johann-Sebastian-Bach-1685-1750-Orgelwerke-in-Bearbeitungen-von-William-Thomas-Best/hnum/3010296

Carsten Wiebusch spielt Einiges von Bach in Bearbeitungen nicht etwa von Karl Straube, sondern von William Thomas Best, weshalb der Silberling auch unter der Bezeichnung Best's Bach vermarktet wird. Vieles erinnert natürlich an Straube/Tricht, insbesondere in den freien Orgelwerken, wie ausgeprägte Crescendi - Decrescendi - dichte Legati im Sinne intensiver Nachzeichnung der einzelnen Linien - Tempowechsel - dynamische Schwellwerksdifferenzierungen - Manualwechsel und dergleichen, wenngleich ich den Eindruck habe, dass Wiebusch hier noch ein wenig mehr mit den Registrierungen (ob nun konkret nach den Angaben des Bearbeiters oder nicht vermag ich nicht zu sagen) herumgespielt hat, als das bei der Bremerin der Fall gewesen ist*, was zur Folge hat, dass das Ganze noch etwas klangfarbenintensiver auf den Zuhörer wirkt. Ausgesprochen dramatisch gestaltet der Interpret übrigens BWV 582.

Der Raumklang wurde, den Besonderheiten des Projekts angemessen, sehr präsent, ohne übermäßig hallig zu wirken, aufgenommen. Manche mögen der Auffassung sein, dass durch eine solche Aufnahme die Gehörnerven der Konsumenten arg misshandelt werden, bzw. dass man Bach heutzutage so nicht mehr spiele. Wenn sich das Ergebnis allerdings so klangschön und phantasievoll gestaltet wie hier darstellt, darf man schon einmal eine Ausnahme machen - allerhöchstes Lob an Carsten Wiebusch.

Für die Berechtigung dieser Aufnahme werden Aussagen Leopold Stokowskis zum Orgelwerk Bachs im Begleitheft (24 Seiten, de/en) wie folgt interpretiert:

Zitat
große Kunstwerke bestehen jenseits zeitlicher und räumlicher Gebundenheit; große Musikwerke auch jenseits von konkreter musikalischer Umsetzung. Vielmehr scheinen sie ein eigenes Leben zu führen, das sich in immer neuen Deutungen, musikalischen Vorstellungen, Besetzungen und klanglichen Umsetzungen manifestiert.


Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hat hier die Gelegenheit sich einen Eindruck zu verschaffen:

https://www.youtube.com/watch?v=PbS-uaC0dPI

* siehe hier: https://www.amazon.de/Orgelwerke-K%C3%A4te-Van-Tricht/dp/B0000021GA/ref=sr_1_2?s=music-classical&ie=UTF8&qid=1504788464&sr=1-2&keywords=k%C3%A4te+van+tricht

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Albert
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« Antworten #156 am: 09. September 2017, 23:34:41 »

 Geheimtipp

Eine besonders gelungene Einspielung des Bachschen Orgelbüchleins (welch begriffliche Untertreibung) bietet Rainer Lanz:

Rainer Lanz (nicht Lenz, wie JPC verkündet) orgelt Bachs Orgelbüchlein an der Beckerath-Orgel der Christuskirche, Hamburg - Othmarschen (III/30); der im Mai 2017 verstorbene Schauspieler Fritz Lichtenhahn* rezitiert vorangehend die Choraltexte - ein staunenswertes Projekt, zumal Herr Lanz das Instrument mit klarem Ton und lebendig, zum Klingen bringt. Die Verbindung von Sprache und Musik (Klangrede) wird hier in hohem Maße besonders sinnfällig.

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Johann-Sebastian-Bach-1685-1750-Chor%E4le-BWV-599-644-Orgelb%FCchlein/hnum/8255819

Vollständige Hörbeispiele gibt es hier: https://www.christuskirche-othmarschen.de/kirchenmusik/die-cd/inhalt.html

* Einmal im Leben, Die Affäre Semmeling

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Albert
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« Antworten #157 am: 10. September 2017, 22:02:19 »


[...]

Jetzt gibt es die Scheiben für wenig Geld als Box:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/joseph-rheinberger-saemtliche-orgelwerke/hnum/5900436

Einziges Manko: Die bei MDG stets hervorragend aufgemachten und inhaltsreichen Booklets mit fundierten Informationen zu Instrumenten und Werken fehlen. Es gibt lediglich eine Sparversion mit den Inhaltsverzeichnissen der CDs.
Insofern bin ich nicht ganz so traurig, dass ich mir die Scheiben seinerzeit einzeln für das Fünffache der Box gekauft habe.

Ich kann Euch guten Gewissens raten: Wenn eine Gesamteinspielung, dann diese. Denn Musik, Instrumente und Interpret fügen sich zu einen stimmigen Dreiklang.

LG
Michael

Die Booklets der Einzelveröffentlichungen, incl. Dispositionen und Registrierungen gibt es hier:

CD 1: http://www.mdg.de/rheinberger/3170891-rheinberger_1.pdf

[...]

CD 12: www.mdg.de/rheinberger/3170902-rheinberger_12.pdf

Die Zahlen der Links (3170892 bis 3170901 und 2.pdf bis 11.pdf) sind lediglich anzupassen, um die Booklets der Einzelveröffentlichungen (CDs 2 - 11) im PDF-Format anzuzeigen.
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Insulaner
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« Antworten #158 am: 11. September 2017, 10:49:03 »

Die Booklets der Einzelveröffentlichungen, incl. Dispositionen und Registrierungen gibt es hier:
CD 1: http://www.mdg.de/rheinberger/3170891-rheinberger_1.pdf
[...]

Vielen Dank für diese Links mit den wertvollen Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen!
Die beschriebene Walcker-Orgel auf der 1. CD (St. Maria in Schramberg) ist, von der genialen Physharmonica im Man III abgesehen, in der Disposition sehr ähnlich der Völkner-Orgel aus Szczecinek, das es von Piotr Grabowski als kostenfreies Sample Set für Hauptwerk bzw. GrandOrgue gibt. Ich habe zwar auf die Schnelle nicht rausgekriegt, ob Hr. Völkner auch einer der vielen Walcker-Schüler war, aber eine klangliche Nähe empfinde ich auf meinen Lautsprechern schon. Daher werde ich mich von den Inningschen Registrierungsangaben nun gern verleiten lassen, mir das ein oder andere etwas leichtere Stück aus dem wundervollen Oeuvre Rheinbergers noch besser zu erschließen.

Gruß, Oliver
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Albert
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« Antworten #159 am: 14. September 2017, 00:40:00 »

CD-Boxen liegen ja schwer im Trend.

[...]
 
A propos Box: Ab nächster Woche gibt es eine Box mit 6 SACDs (norddeutsche Orgelmusik) von Joseph Kelemen günstig. Schöne Instrumente, die Scheiben waren ja vorher einzeln erhältlich. Sicher wieder eine abgespeckte Box ohne großartige Booklets, geschweige denn Registrierungen, aber sicher eine Überlegung wert; das Label bürgt sonst durchaus für Qualität. Kennt jemand diese Aufnahmen?

Momentan gibt es diese 6er-CD-Box (keine SACDs) für 12,99 € bei JPC:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/norddeutsche-orgelmeister/hnum/1407337

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